Auf dem Projektbrett von Mephisto Genetics stand die Kreuzung bereits im Winter 2016, zu Beginn der F3-Runde der hauseigenen Artisanal-Linie: Zwei Linien mit Traubenerbe sollten zusammengeführt werden. Daraus wurde Double Grape, eine feminisierte Automatic der Generation F7, die zuerst im zweiten Illuminauto-Drop erschien, danach lange als Limited Edition lief und mit der ersten Reserva-Welle fest in den Katalog des Züchters rückte.
Genetik und Herkunft:
Als Eltern nennt Mephisto Genetics Sour Stomper, selbst eine Verbindung aus einem Traubenphänotyp von Sour Crack und Grape Stomper OG, sowie Grape Crinkle aus Canadian Crinkle, Supernatural und Ripley's OG. Das Verhältnis gibt der Züchter mit 60 zu 40 zugunsten der Indica-Seite an. Die Sorte ist ihrerseits Ausgangspunkt zahlreicher Kreuzungen geworden: Im eigenen Haus entstanden Grappa mit Forum Stomper, Pinot Noir mit Creme de la Chem sowie die Linien MephistO'z und Mephisto's Wedding. Auch andere Züchter arbeiteten damit, darunter Brothers In Farms mit Bermuda Triangle, Green Light Genetics mit Jerry Bear und 2Buds Genetics mit Coco Grape.
THC-Gehalt:
Für eine Zufallsprobe aus einer Blüte wurden von Canna 21,78 % THC ermittelt; ein Prüfjahr ist dazu nicht angegeben. Im Januar 2024 veröffentlichte Mephisto Genetics ein deutlich höheres Ergebnis für eine in Oklahoma angebaute Pflanze: 36,93 % Gesamtcannabinoide bei 31,8 % THC, ohne das prüfende Labor zu benennen. Andere Sortenbeschreibungen setzen die Sorte bei 22 bis 28 % THC an. Die Streuung dieser Werte zeigt, wie stark Anbau, Charge und Phänotyp das Ergebnis verschieben.
Aroma und Geschmack:
Der Züchter beschreibt ein zusammengesetztes Aroma aus Süße und Säure, Traube und Gas, im Geschmack eine tiefe, rote Traube mit süßem Nachdruck; als Schlagworte stehen fruchtig, sauer und süß. Andere Sortenbeschreibungen ergänzen Beere, Kräuter und eine haschisch-pfeffrige Note. In Erfahrungsberichten fällt die Traube unterschiedlich deutlich aus: Manche Pflanzen riechen nach saurem Traubenbonbon, andere eher feucht-holzig und erdig, ohne erkennbaren Traubenanteil.
Wirkung:
Mephisto Genetics ordnet die Wirkung als potente Hybride ein, die je nach Toleranz und Menge anregend oder dämpfend ausfalle. Erfahrungsberichte beschreiben einen klaren Kopf, andere Sortenbeschreibungen nennen euphorische, heitere, kreative und entspannende Wirkungen. An Begleiterscheinungen werden trockene Augen genannt.
Anbau:
Das Datenblatt des Züchters gibt 70 bis 80 Tage ab Keimung an, während die Beschreibung auf derselben Seite 65 bis 70 Tage unter guten Bedingungen nennt. Die Höhe liegt bei 55 bis 80 cm, der Ertrag bei 90 bis 140 g je Pflanze, ohne Trennung nach Anbauort. Den Schwierigkeitsgrad stuft Mephisto Genetics als anfängertauglich ein, die Geruchsentwicklung während des Wachstums als mittel. Die Pflanzen wachsen nach Angaben des Züchters eher offen, buschen von selbst und verlangen wenig mehr als gelegentliches Blattstecken; LST und vergleichbare Eingriffe verträgt die Sorte gut, ebenso lässt sie sich leicht maniküren. Andere Sortenbeschreibungen führen sie für drinnen wie draußen und geben die Blütendichte mit 8 von 10 an.
Erfahrungen aus der Community:
Durchgehend hervorgehoben wird der Harzbesatz: Trichome sitzen laut Berichten bis auf Blattstielen und Stängeln, die Blüten fallen dicht aus. Ein dokumentierter Anbau endete mit 81 g Trockengewicht von einer Pflanze; der Anbauer hatte nach 59 Tagen ab Keimung trotz überwiegend milchiger Trichome weiter abgewartet, weil erfahrene Grower zu mehr Zeit rieten. In einem anderen Bericht heißt es, die Pflanze hätte auf eine kräftigere Düngung besser angesprochen als auf die zurückhaltende Gabe im ersten Versuch. Ein Anbauer, der aus der Sorte über Rückkreuzungen eine Inzuchtlinie aufbaut, beschrieb seine Pflanzen Anfang 2024 als untereinander sehr ähnlich, während die Angaben zum Aroma zwischen den Berichten deutlich auseinandergehen.