Annähernd gleiche Anteile THC und CBD melden Konsumenten 2018 für Marmalade, in Berichten von 2019 und 2025 stehen dagegen 27 % THC auf dem Etikett. Die 36 ausgewerteten Erfahrungsberichte, 33 davon aus den Jahren 2018 bis 2026, beschreiben erkennbar nicht dieselbe Blüte. Unter dem Namen laufen mindestens 3 Linien mit unterschiedlichem Stammbaum: eine CBD-reiche Kreuzung von Solstice aus dem US-Bundesstaat Washington, eine Cheese-Hybride von Lady Sativa Genetics aus Großbritannien und eine als Steckling geführte Linie von Purple City Genetics.
Genetik und Herkunft:
Am besten dokumentiert ist die Linie von Solstice, einem 2011 gegründeten Produzenten. Sie geht auf Blueberry Cheesecake und Sour Tsunami zurück; eine Sortenbeschreibung führt sie mit je 50 % Indica und Sativa. Eine redaktionelle Sortenvorstellung ordnet sie als CBD-reiche Kreuzung mit THC und CBD zu gleichen Teilen ein und hebt hervor, dass sie für eine CBD-Sorte ungewöhnlich aromatisch ausfalle.
Lady Sativa Genetics, dessen Wurzeln nach eigener Darstellung bis 2009 zurückreichen, kreuzte unter demselben Namen einen Exodus-Cheese-Steckling mit der hauseigenen Orange Diesel V3, kurz ODV3, die ihrerseits auf Original Diesel und Agent Orange zurückgeführt wird. Die dritte Linie stammt aus Lemon Tree Skorange und Street Guru. Street Guru ist eine Sorte von Purple City Genetics, und mehrere Produzenten weisen diese Abstammung für ihre Blüten aus.
THC- und CBD-Gehalt:
Die vorliegenden Werte sind Etiketten- und Beschreibungsangaben, keine einzeln veröffentlichten Labormessungen. Solstice weist für ein eigenes Produkt 9,78 % THC und 6,92 % CBD aus. Eine Sortenbeschreibung nennt 12 bis 23 % THC und 1 bis 6 % CBD, eine andere führt 1 % CBG und keinen CBD-Wert. In den Erfahrungsberichten reichen die genannten Etikettenwerte von 20 % THC bei 5 % CBD in einem Bericht von 2018 bis zu 27 % THC ohne CBD-Angabe. Purple City Genetics gibt für seinen Steckling mehr als 28 % THC an.
Aroma und Geschmack:
Für die Solstice-Linie werden Honig und frische Beeren beschrieben, daneben Orange und eine teerige Note. Zitrusaromen kehren in den Berichten wieder: Orange und Zitrone, in einem Fall mit würziger Schärfe und einem Nachklang von Blaubeere. Andere schildern einen erdigen Skunk-Geruch, Käse mit Orange oder Traube und Pflaume mit einem an Terpentin erinnernden Abgang. Einem Konsumenten war der Teergeschmack zu kräftig, ein weiterer bemängelte Blüten, die nach Heu rochen.
Als dominante Terpene nennt eine Sortenbeschreibung Myrcen vor Limonen und Caryophyllen, eine zweite setzt Pinen an die erste Stelle, gefolgt von Caryophyllen und Myrcen. Beide Reihenfolgen stammen aus Sortenbeschreibungen, nicht aus veröffentlichten Analysen.
Wirkung:
Die Berichte schildern eine eher aktivierende Wirkung. Genannt werden gehobene Stimmung und Euphorie, dazu Kreativität und Konzentration bei klarem Kopf. Mehrere beschreiben einen Verlauf, der anregend beginnt und in körperliche Entspannung übergeht; auch Gesprächigkeit, Kichern, Kribbeln und sexuelle Erregung kommen vor. Davon weicht der Bericht über die Linie von Lady Sativa Genetics ab: Er beschreibt eine schwere, mit der Zeit zunehmende Körperwirkung und ordnet die Blüten dem Abend zu.
An Nebenwirkungen tauchen Kopfschmerzen in mehreren Berichten auf, einmal nach eigener Einschätzung wegen zu hoher Menge, außerdem trockener Mund und trockene Augen. Ein einzelner Bericht erwähnt Unruhe und eine kurze Wirkdauer, ein anderer leichte Benommenheit.
Versionen verschiedener Breeder:
Anbauangaben machen nur Lady Sativa Genetics und Purple City Genetics. Lady Sativa Genetics führt seine Kreuzung als reguläres Saatgut für indoor und outdoor, mit 55 bis 65 Tagen Blütezeit und kleinem bis mittlerem Wuchs. Der Breeder beschreibt dichte, limettengrüne Blüten mit hohem Calyx-Blatt-Verhältnis und ein Aroma aus Zitrus, Orange und Treibstoff mit einer muffigen Note überreifer Früchte. Ein Bericht von 2020 über auf Teneriffa angebaute Blüten dieser Linie bestätigt die dichte Struktur und den starken Harzbesatz; im Geruch stand dort Käse im Vordergrund, im Rauch Diesel und Orange.
Purple City Genetics stuft seine Linie als indica-dominante Hybride ein und nennt 8 Wochen Blütezeit sowie einen hohen Ertrag ohne Zahl. Das Aroma umschreibt der Breeder mit Zitrone, Chem, Bonbon, Frucht und Gas. Produzenten, die diese Linie anbauen, nennen Myrcen, Alpha-Pinen, Beta-Caryophyllen, Linalool und Limonen als Terpene und beschreiben Orangenschale und süße Zitrusnoten.