Ein auffallend schwerer Afghani und die originale Skunk #1 bilden nach Angaben von Mr. Nice Seedbank den Stammbaum von Critical Mass. Der Breeder versteht die Kreuzung als überarbeitete Fassung einer älteren Sorte, die früher unter dem Namen Big Bud lief. Als Züchter gilt Shantibaba, bürgerlich Scott Blakey. Der Name spielt auf das Gewicht der Blüten an, unter dem ungestützte Äste abknicken können.
Genetik und Herkunft:
Blakey hatte zuvor die Greenhouse Seed Co. mitgegründet und baute danach mit Howard Marks die Mr. Nice Seedbank auf. Der Breeder führt Critical Mass nur als reguläres Saatgut; Sortenporträts ordnen sie als Indica ein, als Kurzname taucht Critical auf.
Beschreibungen der Mr.-Nice-Version nennen einen 1. Platz in der Kategorie Hydro beim Spannabis Cannabis Champions Cup 2009. Die Siegerliste des Cups führt als Einreicher der prämierten Critical Mass allerdings THC Skunk Seeds.
Barney's Farm kreuzte Critical Mass mit der eigenen OG Kush zu Critical Kush, Hempbrothers nutzte sie für Afghan Mass. Dinafem verband sie mit einem Vater von CBD Crew zu Critical Mass CBD.
Anbau:
Mr. Nice nennt für das Original 45 bis 55 Tage Blüte, indoor 650 bis 750 g/m² und outdoor 500 bis 600 g pro Pflanze, geerntet auf der Nordhalbkugel im September. Der Breeder warnt, die schweren Blüten neigten bei hoher Luftfeuchtigkeit zu Schimmel.
Grow-Berichte beschreiben die getrockneten Blüten als steinhart und kompakt, bei wenig Blattmasse. Stützen halten die Grower während der Blüte für nötig. Ein Bericht dokumentiert bei 55 Tagen Blüte eine Streckung von etwa 30 auf rund 90 cm und eine gute Reaktion auf das Kappen des Haupttriebs, ein anderer eine Ernte nach 65 Tagen. Beide melden einen hohen Düngerbedarf.
Uneins sind die Berichte beim Schimmel. Indoor-Grows der Versionen von Mr. Nice und Bulk Seed Bank zeigten Anfälligkeit, ein Outdoor-Grow der Version von The Plant nicht. Mit der Version von Bulk Seed Bank erntete ein Grower nach 55 Tagen 28 g pro Pflanze aus 10-Liter-Töpfen unter 400 W und bemängelte ungleichmäßige Pflanzen.
Versionen verschiedener Breeder:
Feminisierte Fassungen desselben Stammbaums bieten unter anderem Zoo Seeds mit den Werten von Mr. Nice und Bulk Seed Bank mit 6 bis 8 Wochen Blüte und 650 bis 750 g/m² indoor an. Zamnesia Seeds nennt für seine Version 60 % Indica, 7 bis 8 Wochen, bis zu 600 g/m² indoor, 100 cm Höhe indoor und 220 cm outdoor sowie 18 % THC. The Plant erhält nach eigener Darstellung seit über 10 Jahren einen Steckling und gibt 7 bis 8 Wochen, 450 bis 500 g/m² indoor und 100 bis 120 cm Höhe an. Premium Cultivars beruft sich auf Genetik von Mr. Nice, nennt 18 % THC und führt eine Autoflower-Variante.
Einen anderen Stammbaum hat Critical Mass CBD von Dinafem; der Breeder gibt je 5 % THC und CBD bei 55 Tagen Blüte an. Produzenten führen Blüten dieser Linie teils schlicht als Critical Mass, einer davon mit einem Verhältnis von 2:1 CBD zu THC.
THC- und CBD-Gehalt:
Für die Ausgangslinie sind 3 Tests aus dem Jahr 2012 dokumentiert, ermittelt per Dünnschichtchromatografie: 17 bis 21 % THC, 0 bis 0,2 % CBD und 0,3 bis 0,9 % CBG. Solche Werte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp.
Ein Produzent, der die Dinafem-Linie anbaut, veröffentlichte 2021 ein Analysezertifikat mit 8,39 % THC und 15,40 % CBD, eine Einzelmessung ohne Laborangabe. Erfahrungsberichte von 2017 mit Etikettwerten von 11,9 % THC und 11,3 % CBD deuten ebenfalls auf CBD-reiche Blüten unter dem Namen hin.
Aroma und Geschmack:
Grow-Berichte zur Mr.-Nice-Version nennen im Duft Apfel, Sandelholz und Diesel, im Geschmack Zitronengras und Haschisch. The Plant beschreibt seine Version ähnlich mit Apfel, Zitrus und Sandelholz. Andere Sortenporträts betonen Erde, Holz und Skunk. Konsumenten schildern teils einen stechenden, an Benzin erinnernden Phänotyp, teils einen erdig-blumigen Duft mit Zitronennote. Als dominante Terpene gelten Myrcen, Caryophyllen und Limonen.
Wirkung:
Beschrieben wird eine entspannende Wirkung, die mit größeren Mengen in Schläfrigkeit und Couchlock übergehen kann und in kleinen Mengen eher kreativ und ruhig ausfällt. Konsumenten nennen außerdem Euphorie und gehobene Stimmung, einige betonen einen klaren Kopf. Andere empfanden die Blüte als schwach, ein Outdoor-Bericht zur Version von The Plant als eher mild. An Nebenwirkungen tauchen Mundtrockenheit und in einem Fall Kopfschmerzen am Folgemorgen auf; andere Profile nennen trockene Augen, Schwindel und Nervosität.