Braune Flecken auf Cannabisblättern: Ursachen und was hilft

Braune Flecken auf Cannabisblättern können auf einen Mangel an Calcium oder Kalium, auf zu viel Dünger und Salz im Wurzelraum oder auf einen Blattfleckenpilz zurückgehen. Den ersten Hinweis gibt die Stelle an der Pflanze: Calciummangel setzt nach dem Diagnoseportal e-GRO Cannabis der North Carolina State University am Neuaustrieb an, Kaliummangel an den unteren, älteren Blättern.
Blattflecken durch Pilze wie die Septoria-Blattfleckenkrankheit haben nach den Beschreibungen mehrerer US-Hochschulen einen gelben Hof und entstehen bei Nässe und hoher Luftfeuchtigkeit. Zur Abgrenzung von Düngefehlern dienen der pH-Wert und die elektrische Leitfähigkeit (EC) von Substrat oder Nährlösung.
Wo an der Pflanze die braunen Flecken zuerst auftreten
e-GRO Cannabis sortiert Nährstoffstörungen nach dem Ort der ersten Symptome. Stickstoff-, Phosphor- und Kaliummangel sowie Überschüsse an Mikronährstoffen beginnen danach an den unteren Blättern. Calcium-, Eisen-, Mangan-, Bor-, Kupfer- und Zinkmangel zeigen sich zuerst oben an der Pflanze. Die Übersicht stellt die Ursachen nebeneinander, die mit braunen Flecken oder abgestorbenem Blattgewebe einhergehen.
Ursache | Erste Symptome an | Typisches Bild |
|---|---|---|
Calciummangel | Triebspitzen und jungen Blättern | gestauchte, unregelmäßig geformte Blätter, abgestorbene Blattränder, später stirbt die Triebspitze ab |
Kaliummangel | unteren, älteren Blättern | gelbe Blattränder, besonders an den Zähnen, danach hellbraun abgestorbene Ränder |
Phosphormangel | unteren, älteren Blättern | unregelmäßige olivgrüne Flecken, die einsinken und nass wirken, später große abgestorbene Bereiche |
Magnesiummangel | unteren, älteren Blättern | Gelb zwischen grün bleibenden Adern, später einzelne abgestorbene Stellen |
Septoria-Blattflecken | unteren Blättern im Inneren des Bestands | kleine braune Flecken mit gelbem Hof, später graues bis weißes Zentrum und dunkle Pünktchen |

Calciummangel am Neuaustrieb
Im Verlauf, den e-GRO auf Grundlage einer 2019 veröffentlichten Untersuchung zu Nährstoffstörungen bei Cannabis sativa beschreibt, bleiben die Pflanzen zunächst leicht im Wuchs zurück. Triebspitzen und neu austreibende Blätter wachsen gestaucht und unregelmäßig. Am Grund der Blättchen bleibt die Spreite schmaler und heller grün, dort beginnt eine Aufhellung zwischen den Adern. Neu entfaltete Blätter sind stark verkümmert und sterben am Rand ab, wodurch unregelmäßige Blattformen entstehen. Im fortgeschrittenen Stadium sterben die vergilbten Blätter und die Triebspitze ab, die Pflanze bildet daraufhin vermehrt Seitentriebe.
Ein Merkblatt der Utah State University Extension zu Hanf verortet Calciummangel dagegen an den unteren Blättern. Es nennt gekrümmte, verdrehte Blätter mit unregelmäßigen gelbbraunen Flecken, während der Rest des Blatts grün bleibt, dazu verzögerte Blütenbildung und absterbende Wurzelspitzen. In diesem Punkt widersprechen sich die beiden Hochschulquellen. Verformte junge Blätter beschreibt nur e-GRO.
Kaliummangel und Rostflecken an älteren Blättern
Kaliummangel zeigt sich nach e-GRO zuerst an den unteren, älteren Blättern. Der Blattrand vergilbt, vor allem an den Sägezähnen der Blättchen. Die Gelbfärbung wird kräftiger und schiebt sich vom Rand nach innen zur Mittelrippe, bis die Ränder hellbraun absterben.
Utah State beschreibt Kaliummangel an jungen Blättern: rostbraune, vertrocknete und nach oben gerollte Ränder und Spitzen sowie rostfarbene Flecken, die braun werden, außerdem schwache Stängel und eine langsamere Blüte. Rostbraune Flecken führt dasselbe Merkblatt auch beim Magnesiummangel auf, dort unregelmäßig an Blatträndern, Spitzen und zwischen den Adern älterer Blätter, zusammen mit einer Gelbfärbung zwischen den Adern. Rostflecken kommen in diesem Merkblatt also bei beiden Mängeln vor. Unterschiedlich ist die Lage der Verfärbung, am Rand beim Kalium, zwischen den Adern beim Magnesium.

Phosphor- und Magnesiummangel als Verwechslungsmöglichkeit
Phosphormangel beginnt laut e-GRO mit leichtem Kümmerwuchs und unregelmäßig verteilten olivgrünen Flecken an den unteren Blättern. Die Flecken vergrößern sich, wirken eingesunken und fast nass, die Ränder sterben teilweise ab, und bei starkem Mangel entstehen große abgestorbene Blattbereiche. Utah State ergänzt violette Blattstiele, blaugrüne Blätter und dunkle kupferfarbene bis violette Flecken.
Bei Magnesiummangel hellen sich nach e-GRO zuerst die Bereiche zwischen den Adern der unteren Blätter leicht auf. Später heben sich die grünen Adern scharf vom gelben Gewebe ab, und einzelne Stellen sterben ab.
Überdüngung und hoher EC-Wert
Zu viel Dünger oder Salz im Wurzelraum äußert sich nach der University of Maryland Extension, die das für Zierpflanzen beschreibt, in braunen Blatträndern und Blattspitzen, Welke, gelben Rändern und gestauchtem Wuchs. Die Salze schädigen die Wurzeln und können sich mit dem Wasserstrom in den Blättern anreichern, besonders bei heißem und trockenem Wetter.
Versuche mit Cannabis zeigen, dass ein hoher EC-Wert nicht zwangsläufig braune Blätter bedeutet. In einer 2023 in Acta Horticulturae veröffentlichten Studie wurde der EC-Wert auf 1,8, 3, 6, 9 oder 12 mS/cm eingestellt, entweder über Nährsalze oder über Natriumchlorid. Blattnekrosen traten nur in den Natriumchlorid-Varianten mit 9 und 12 mS/cm auf. Das Spross- und Blütengewicht sank aber schon, wenn der EC-Wert bei Nährsalzen über 3 mS/cm und bei Natriumchlorid über 1,8 mS/cm lag.
Eine 2025 in Frontiers in Plant Science erschienene Studie mit einer CBD-reichen Sorte in Wasserkultur, 24 Stecklinge je Durchgang, fand bei EC-Werten von 2 und 4 mS/cm und Phosphorgehalten von 15 bis 90 mg/l keine Blattnekrosen und keine sichtbaren Unterschiede zwischen den Varianten. Der pH-Wert wurde dabei zwischen 5,8 und 6,2 gehalten. Gemessene EC-Werte lassen sich mit dem EC-/PPM-Umrechner in ppm übertragen.
Überschüsse an den Mikronährstoffen Bor, Kupfer, Eisen, Mangan, Molybdän und Zink treten laut e-GRO zuerst an den unteren, älteren Blättern auf. Als Ursachen nennt das Portal Mischfehler beim Ansetzen der Nährlösung, falsch eingestellte Dosiergeräte und einen unpassenden pH-Wert im Substrat.

Der pH-Wert als Unterscheidungsmerkmal
e-GRO gibt für das Substrat einen pH-Bereich von 5,5 bis 6,5 an. Fällt der pH-Wert unter 5, steigt die Verfügbarkeit der Mikronährstoffe, und die Pflanze kann Eisen und Mangan in toxischen Mengen aufnehmen.
Eine 2024 in Frontiers in Plant Science erschienene Studie zu medizinischem Cannabis fasst die Literatur ähnlich zusammen: 5,5 bis 6,0 in Wasserkultur, 5,5 bis 6,5 in erdlosen Substraten. Unter 5,5 besteht danach das Risiko eines Manganüberschusses, über 6,5 sind Phosphor, Eisen und Mangan für die Pflanze schlechter verfügbar.
Braune Flecken durch Blattfleckenpilze
Die Utah State University Extension nennt drei Pilze als Erreger von Blattflecken an Hanf: Septoria cannabis, Cercospora cannabis und Bipolaris gigantea. Bei der Septoria-Blattfleckenkrankheit erscheinen nach der University of Kentucky zunächst kleine, unregelmäßige Flecken mit leuchtend gelbem Rand. Sie wachsen auf etwa einen Viertelzoll (rund 6 mm), werden braun mit deutlichem gelbem Hof und entwickeln ein graues bis weißes Zentrum. Die Rutgers University beschreibt in den Flecken dunkelbraune bis schwarze Pünktchen, die sporenhaltigen Fruchtkörper des Pilzes (Pyknidien).
Septoria beginnt an den unteren Blättern im Inneren des Bestands, wo Blätter lange feucht bleiben und die Luftfeuchte hoch ist. Bei starkem Befall vergilben ganze Blätter und fallen ab, die University of Kentucky nennt Blattverluste von 50 bis 90 %. In New Jersey zeigten sich die ersten Symptome Ende August. Begünstigt wird die Krankheit durch lange Blattnässe nach Regen oder Tau und durch hohe Luftfeuchtigkeit, nach Utah State besonders bei kühlem Wetter.
Andere Erreger sehen ähnlich aus. Cercospora erzeugt laut Rutgers runde bis elliptische Flecken mit grauem Zentrum und dunkelbraunem bis schwarzem Rand, die später hellbraun bis weiß werden und einen gelben Hof bekommen. Bipolaris beginnt mit winzigen dunklen Flecken mit hellbraunem Zentrum und dunkelbraunem Rand und wird durch warmes, nasses Wetter gefördert. In Florida wurde an Hanf zudem ein Curvularia-Pilz nachgewiesen, dessen kleine gelbe Flecken an jungen und alten Blättern hellbraun bis braun werden, ebenfalls mit gelbem Hof. In Österreich wies die AGES 2019 erstmals in Europa Phaeomycocentrospora cantuariensis an Nutzhanf nach, mit braunen, rundlichen bis unregelmäßigen Flecken, weißlich-grauem Zentrum, dunkelbraunem Rand und diffusem gelbem Hof.
Der gelbe Hof um den Fleck und dunkle Fruchtkörper darin tauchen in den Beschreibungen der Pilzkrankheiten auf, in den Mangelbildern von e-GRO dagegen nicht. Braune, weiche Stellen in den Blüten statt auf den Blättern behandelt der Artikel über Grauschimmel an Cannabisblüten.

Erste Schritte bei braunen Flecken auf Cannabisblättern
Lage bestimmen: ob die Flecken am Neuaustrieb oder an den unteren Blättern beginnen und ob sie am Blattrand, zwischen den Adern oder als einzelne Flecken mit gelbem Hof liegen.
pH-Wert messen in Substrat oder Nährlösung und mit dem Bereich von 5,5 bis 6,5 vergleichen, den e-GRO und die Studie von 2024 für erdlose Substrate nennen.
EC-Wert messen und mit dem Düngeplan abgleichen. In der Studie von 2023 sank der Ertrag bei Nährsalzen schon oberhalb von 3 mS/cm.
Flecken aus der Nähe prüfen auf dunkle Pünktchen im Fleck, wie sie bei Septoria und Cercospora vorkommen.
Befallenes Material entfernen: Utah State und Rutgers nennen bei Blattfleckenpilzen das Entfernen befallener Pflanzen und Pflanzenreste sowie größere Abstände für mehr Luftbewegung.
Salze auswaschen: Für Salzschäden an Zierpflanzen beschreibt die University of Maryland Extension, den Boden mit mehreren kräftigen Wassergaben zu durchspülen.
Ein Foto der betroffenen Blätter lässt sich im kostenlosen Pflanzen-Check mit KI-Einschätzung hochladen, der die wahrscheinliche Ursache eingrenzt.
Häufige Fragen
Was bedeuten braune Flecken auf Cannabisblättern?
Sie können auf Calcium- oder Kaliummangel, auf zu viel Dünger und Salz im Wurzelraum oder auf einen Blattfleckenpilz wie Septoria zurückgehen. Den ersten Hinweis gibt die Lage: Calciummangel beginnt nach e-GRO Cannabis am Neuaustrieb, Kaliummangel an den unteren, älteren Blättern.
Woher kommen Rostflecken auf Cannabisblättern?
Die Utah State University Extension beschreibt rostfarbene Flecken bei Kaliummangel, dort an Rändern und Spitzen, und bei Magnesiummangel, dort zusätzlich zwischen den Adern mit Gelbfärbung zwischen den Adern.
Woran erkennt man Calciummangel bei Cannabis?
Nach e-GRO Cannabis wachsen Triebspitzen und junge Blätter gestaucht und unregelmäßig, die Ränder neuer Blätter sterben ab, im fortgeschrittenen Stadium auch die Triebspitze. Die Utah State University Extension verortet die Symptome dagegen an den unteren Blättern.
Wie unterscheiden sich Pilzflecken von einem Nährstoffmangel?
Septoria-Flecken sind braun mit deutlichem gelbem Hof, entwickeln ein graues bis weißes Zentrum und enthalten dunkle Fruchtkörper. Sie beginnen an den unteren Blättern im Inneren des Bestands und werden durch Blattnässe und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt.
Welcher pH-Wert gilt für das Substrat bei Cannabis?
e-GRO Cannabis nennt für das Substrat 5,5 bis 6,5, eine Studie von 2024 fasst die Literatur mit 5,5 bis 6,0 für Wasserkultur und 5,5 bis 6,5 für erdlose Substrate zusammen. Unter 5 kann die Pflanze laut e-GRO Eisen und Mangan in toxischen Mengen aufnehmen.
Quellen
e-GRO Cannabis: Micronutrient Toxicity, North Carolina State University, e-GRO Cannabis
Hemp: Nutrient Deficiencies, Utah State University Extension, Plant Health / IPM
Hemp Leaf Spot, Utah State University Extension, Plant Health / IPM
Septoria Leaf Spot (Hemp), University of Kentucky, Plant Pathology Extension (Nicole Gauthier)
Hemp Diseases, University of Florida, IFAS, Plant Pathology Department
Excess Fertilizer or Salt Damage on Flowers, University of Maryland Extension
Stand: 02.11.2026
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