Im Sortenkatalog von Segra International, das seit Dezember 2021 Gewebekultur-Jungpflanzen der Sorte an lizenzierte Betriebe liefert, ist für Banjo eine mittlere Wuchshöhe mit starker Streckung nach Blühbeginn vermerkt. Ein kanadischer Produzent, der seine Pflanzen ebenfalls aus Gewebekultur zog, erhielt dagegen kurze, buschige Exemplare mit indicaartiger Statur. Als Züchter der sativalastigen Kreuzung aus Boost und Tangelo nennen Breeder-Seite, Vertrieb und Produzenten Parker Sullivan.
Anbau:
Die Blütezeit gibt der Breeder mit 60 bis 65 Tagen an. Breeder und Vertrieb beschreiben die Buds als mittelfest und lang kegelförmig und stufen den Ertrag als mittel bis hoch ein. Andere Sortenbeschreibungen nennen eine durchschnittliche Indoor-Blüte von 63 Tagen beziehungsweise 9 bis 10 Wochen. Eine davon hält Banjo für den Anbau drinnen und draußen in gemäßigtem Klima geeignet und schildert einen kompakten, gleichmäßigen Wuchs mit dichten, harzreichen Blüten. Auch der kanadische Produzent erhielt nach kalter Reifung und knappem Trim dichte, saftgrüne Blüten mit siennabraunen Narbenfäden.
Genetik und Herkunft:
Boost, seinerseits aus Blueberry und Sweet Tooth hervorgegangen, liefert die eine Hälfte des Stammbaums, Tangelo aus Tangerine Sunrise und Gorkle die andere. Sullivan datiert die Kreuzung auf 2014. Eine Vorschau auf das Jahr 2020, die Banjo zu 5 Sorten mit erwartetem Durchbruch zählte, nennt dagegen 2018 als Entstehungsjahr und hält fest, dass die Sorte 2019 unter Anhängern zitruslastiger Terpenprofile bekannter wurde.
Nicht jede Quelle schreibt die Sorte Sullivan zu. Eine Sortenbeschreibung führt den Anbaubetrieb Strong Agronomy aus dem Raum Santa Cruz als Züchter, und ein zu diesem Unternehmen gehörender Hof in Watsonville bezeichnet Banjo als Eigenentwicklung. In deutschen Sortenverzeichnissen erscheint die Sorte auch unter dem Namen Sweet Sunrise. Als Elternteil ist sie in Banjo Belts von Makena Genetics verzeichnet.
Aroma und Geschmack:
Sortenbeschreibungen, Produzenten und Konsumentenberichte verbinden im Geruch Zitrus, beschrieben als Mandarine oder Tangelo, mit einer käsigen Note; daneben fallen Skunk und saure Zitrusanklänge. Sullivan selbst erwähnt keinen Käse. Er beschreibt Zitrus mit leichten Blaubeeranklängen und beim Rauchen einen Duft, der an Räucherwerk erinnert. Im Geschmack stehen bei ihm wie in anderen Beschreibungen süße Kiefernnoten im Vordergrund, bei ihm ergänzt um etwas Herzhaftes; eine Sortenbeschreibung ergänzt eine scharfe, dieselartige Note. Ein Konsumentenbericht empfand den Geruch als moschusartig und fühlte sich an gealterte Zitrusfrüchte erinnert.
Wirkung:
Der Breeder beschreibt zunächst Euphorie, auf die eine langsam einsetzende körperliche Schwere mit mäßiger Sedierung folgt. Konsumentenberichte decken sich damit nur zum Teil. Neben einem euphorischen Einstieg mit anschließendem Körpergefühl schildern einige eine anregende, gesprächige Wirkung mit Kribbeln, ein Bericht dagegen eine unerwartet dämpfende. Mehrere Berichte halten Banjo für sehr stark. Die erwähnte Vorschau von 2020 sah die Sorte unterhalb der stärksten Konkurrenten und hob kreative Stimmung als oft genannte Rückmeldung hervor.
An Nebenwirkungen nennen Berichte und Sortenbeschreibungen Angstgefühle, Paranoia und Mundtrockenheit, einzelne Berichte auch Kopfschmerzen und Herzklopfen zu Beginn.
Laborwerte:
Für einen Indoor-Produktionstest bei einem Partnerbetrieb gibt der Breeder mehr als 25 % THC, mehr als 1,2 % CBD, über 30 % Gesamtcannabinoide und mehr als 4,2 % Terpene an; als dominante Terpene nennt er Myrcen, Limonen und Farnesen. Segra führt für Tests in der eigenen Forschungsanlage 25 % THC, unter 1 % CBD, 30 % Gesamtcannabinoide und 4 % Terpene. Der kanadische Produzent weist für seine Blüten 4,65 % Gesamtterpene aus, davon 1,36 % Myrcen, 0,81 % Limonen und 0,27 % Selinadiene.
Für Chargen medizinischer Blüten dieser Sorte aus kanadischem Anbau wurden in Deutschland 23,8 bis 27,3 % THC und 0,2 bis 0,3 % CBD ausgewiesen. Die Werte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp.
Versionen verschiedener Breeder:
Colorado Seed Inc. bietet feminisierte Samen mit dem Stammbaum (Blueberry × Sweet Tooth) × Tangelo an, also derselben Kreuzung, beschreibt die Sorte aber als ausgewogene Hybride mit je 50 % Indica und Sativa und nennt 18 bis 28 % THC. Atlas Seed verkauft unter dem Namen Banjo feminisierte Samen einer Kreuzung aus Cotton Candy und Banjo, bezeichnet sie zugleich als altes Erbgut aus Sonoma County und gibt 63 Tage Blüte bei 20 bis 28 % THC an. Beschrieben werden lila Stängel und weiß bereifte Colas. Ein Käufer berichtet von Schimmelfestigkeit bei feuchtem Klima, ein anderer von auffallend klebrigem Harz. Vom selben Anbieter ist außerdem Banjo Auto verzeichnet, eine Kreuzung von Banjo mit einer Ruderalis, deren Blüte etwa 73 Tage dauert.