Für Cat Piss kursieren verschiedene Herkunftsgeschichten, die sich kaum vereinbaren lassen. Mehrere Sortenbeschreibungen führen die Sorte auf einen ausgelesenen Phänotyp von Super Silver Haze zurück, der nur als Steckling weitergegeben wurde. Daneben existieren die kalifornischen Linien NorCal Cat Piss, die mit einer afghanischen Landrasse in Verbindung gebracht wird, und SoCal Cat Piss, die von Trainwreck abstammen soll. Ihren Namen verdankt die Sorte einem stechenden Geruch, den Beschreibungen und Erfahrungsberichte mit Ammoniak und Skunk vergleichen.
Genetik und Herkunft:
Auch zeitlich gehen die Angaben auseinander. 707 Seed Bank verortet ihre Catpiss in Pittsburg, Kalifornien, wo sie Anfang der 1990er Jahre aufgekommen und auch unter dem Namen Pittsburg Piss bekannt geworden sei. Das Magazin High Times datiert die Sorte auf die Mitte der 1990er Jahre. Im selben Beitrag kündigte James Loud einen Dokumentarfilm an, der die Wiederbelebung der Sorte mit Unterstützung ihres ursprünglichen Züchters begleiten soll; dessen Name wird nicht genannt. Loud hebt hervor, dass der Geschmack selbst bei Resten erhalten blieb, die erst Tage später erneut angezündet wurden.
In neueren Kreuzungen dient Cat Piss als Elternteil. Jinxproof Genetics kombinierte sie für Cookie Puss mit GSC, Elev8 Seeds für Cat Piss Canyon mit Grape Mountain. Archive Seed Bank verwendete für Show Time die NorCal-Linie zusammen mit Do-Si-Dos, und ein Produzent aus Maine kreuzte für Cat Piff eine eigene Auslese der NorCal-Version von 707 Seed Bank mit Purple Manguito von Piff Coast Seeds. Cheetah Piss wiederum wurde laut einem Pressebericht in Anlehnung an Cat Piss benannt, muss mit ihr aber nicht verwandt sein.
Aroma und Geschmack:
Ammoniak ist der Begriff, der in den Beschreibungen am beständigsten wiederkehrt, zusammen mit Skunk und einer stechenden, teils an Benzin erinnernden Note. Genannt werden außerdem Kiefer und eine süßliche Komponente; eine weitere Sortenbeschreibung ergänzt erdige und blumige Töne sowie eine würzige Schärfe. 707 Seed Bank schreibt ihrer Version ein skunkiges, seifiges Aroma zu. Als prägende Terpene nennt eine Sortenbeschreibung Myrcen, Caryophyllen und Pinen, Elite Clone Seed Company führt zusätzlich Limonen und Humulen an.
In Erfahrungsberichten wird der Geschmack sehr unterschiedlich aufgenommen. Manche schildern zunächst Süße und florale Noten, beim Ausatmen dann Erde und Heu. Ein Teil der Konsumenten schätzt das Aroma, andere empfinden es als abstoßend.
Wirkung:
Den Konsens der Erfahrungsberichte bildet eine anregende, stimmungshebende Wirkung mit Euphorie, Konzentration, Kreativität und Redseligkeit; auch eine erregende Wirkung wird beschrieben. Einzelne Konsumenten erlebten die Sorte dagegen als beruhigend oder ermüdend, ein Bericht schildert, sie habe lange wach gehalten. An Begleiterscheinungen werden Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Angstgefühle und Paranoia genannt, Angstgefühle in den Berichten vor allem nach größeren Mengen. Eine Sortenbeschreibung ergänzt trockene Augen.
THC- und CBD-Gehalt:
Eine Sortenbeschreibung gibt 17 % THC und 0 % CBD an. Für feminisierte Versionen nennen die Breeder eigene Werte: Elite Clone Seed Company 20 bis 23 % THC, Grower's Choice bis zu 20 % THC bei weniger als 1 % CBD.
Anbau:
Wie anspruchsvoll Cat Piss im Anbau ist, hängt nach den vorliegenden Beschreibungen von der Linie ab. Eine Sortenbeschreibung stuft sie als einfach ein, schreibt ihr Widerstandskraft gegen Schädlinge und Schimmel zu und hält sie für warmes Klima geeignet, aber auch für kühlere Bedingungen tauglich; im Freiland werde Ende September bis Anfang Oktober geerntet. Der Produzent aus Maine erlebte die NorCal-Version von 707 Seed Bank dagegen als schwierig, mit gedrungenem Wuchs und extrem kurzen Internodien.
Eine weitere Sortenbeschreibung nennt für den Innenanbau rund 65 Tage Blüte und bezeichnet die Sorte als geeignet für drinnen und draußen. Ohne Training seien die Erträge mittel, LST und SCROG sollen sie steigern. Die Blüten werden dort als steinhart und zapfenförmig geschildert, leuchtend hellgrün mit dunkelgrünen und lavendelfarbenen Partien, langen bernsteinfarbenen Härchen und dichtem Harzüberzug.
Versionen verschiedener Breeder:
Schon im Wuchstyp liegen die Versionen weit auseinander. 707 Seed Bank, deren Catpiss laut Stammbaumangaben aus dem Steckling NorCal Catpiss und einer unbekannten, überwiegend indicastämmigen Linie hervorging, beschreibt eine reine Indica mit breiten Blättern, kurzem, stämmigem Wuchs und klebrigen, harzreichen Blüten. Die Version ist nur als reguläres Saatgut verzeichnet; der Breeder nennt 6 bis 8 Wochen Blüte im Innenraum und eine Freilandernte Mitte bis Ende Oktober.
Von Elite Clone Seed Company stammt eine feminisierte S1-Version unbekannter Abstammung mit 8 bis 9 Wochen Blüte, mittelhohem, sich streckendem Wuchs und mittlerem Ertrag. Grower's Choice beschreibt ihre feminisierte, photoperiodische Version als Super-Silver-Haze-Phänotyp mit 75 % Sativa-Anteil und hohem Wuchs, nennt 55 bis 65 Tage Blüte und bis zu 450 g/m² im Innenraum sowie bis zu 550 g je Pflanze im Freiland.