Nach Kiefernwald rieche KGB, heißt es in einem Erfahrungsbericht, und zwar so kräftig, dass man sich über die Aufbewahrung Gedanken machen sollte. Ein anderer Bericht erkennt darin den stechenden Skunk-Geruch älterer Sorten wieder. Das Kürzel steht für Killer Green Bud, eine überwiegend indicalastige Sorte der Vancouver Island Seed Company (VISC) aus British Columbia, die laut Breeder auf eine Afghani-Hybride und eine Burma-Hybride zurückgeht.
Aroma und Geschmack:
Im Kern beschreiben die Quellen ein erdiges, holziges und würziges Profil. Ein Rezensent nahm an der getrockneten Blüte einen moschusartigen Erdgeruch wahr, der an Waldboden erinnerte; beim Aufbrechen kam eine Note von Earl-Grey-Tee hinzu. Im Geschmack blieb es bei klaren Kräuter- und Teenoten ohne Nachhall. Sortenbeschreibungen ergänzen Kiefer und Kräuter, eine davon auch florale Anklänge. Für die Linie eines anderen Breeders werden Haschisch und eine süße Holznote hervorgehoben, das Aroma wird dort der alten Schule zugeordnet.
Einzelne Angaben weichen deutlich ab. Eine Sortenbeschreibung nennt Apfel, Beere und Diesel, eine andere Pflaume und Käse mit Salbei; dieselbe Quelle schildert beim Abbrennen zuerst einen rußigen Geruch, auf den würzige Kräuternoten folgen. Ein Erfahrungsbericht fand den Geschmack befremdlich, ein anderer angenehm mild. Caryophyllen und Pinen tauchen in zwei Sortenbeschreibungen unter den Terpenen auf; als führendes Terpen nennt die eine Caryophyllen, die andere Sabinen.
Genetik und Herkunft:
VISC führt KGB als eigene Züchtung. Aus der Kreuzung einer Afghani- mit einer Burma-Hybride sei nach mehreren Generationen Selektion eine stabile, reinerbige Linie hervorgegangen, die der Breeder seither für den Eigenbedarf, die Produktion und die Weiterzucht anbaut. VISC stuft die Sorte als überwiegend Indica ein; eine Sortenbeschreibung beziffert das Verhältnis auf 60 % Indica und 40 % Sativa.
Der Name ist nach Darstellung eines Cannabis-Fachportals älter als die Sorte: Killer Green Bud sei seit den späten 1980er Jahren im pazifischen Nordwesten ein Szeneausdruck für hochwertiges Cannabis gewesen, den VISC dann einer bestimmten Sorte gegeben habe. Die Beschreibung einer anderen KGB-Linie spricht ebenfalls von einer Sorte, die in den 1990er Jahren vom Süden der USA bis nach Kanada verbreitet gewesen sei.
VISC hat KGB in der eigenen Zucht weiterverwendet: Che entstand aus KGB und Burmese, Copperhead aus KGB und Fucking Incredible. Auch Good House Seeds nutzte die Sorte für mehrere Kreuzungen, darunter Blue Crazy und Hash Balls #2.
THC-Gehalt:
Die Angaben aus Sortenbeschreibungen liegen weit auseinander. Eine nennt 20 bis 24 % THC, eine weitere 23 % THC sowie 1 % CBG. Eine dritte Beschreibung führt dagegen nur rund 13 bis 16 % THC.
Wirkung:
Einer Sortenbeschreibung zufolge setzt die Wirkung anregend ein und geht dann in eine Beruhigung über, die Kopf und Körper erfasst. Erfahrungsberichte nennen Entspannung, Euphorie und gehobene Stimmung, daneben Albernheit, Hunger und Schläfrigkeit. Ein Bericht hebt Konzentration hervor, ein anderer eine körperlich spürbare Wirkung beim Musikhören. Eine weitere Beschreibung spricht von so starker Entspannung, dass man kaum noch vom Sofa hochkomme.
Beim Einsetzen der Wirkung gehen die Schilderungen auseinander. Ein Rezensent erlebte eine rasch einsetzende, vom Kopf ausgehende Wirkung von 35 bis 45 Minuten Dauer, begleitet von körperlicher Entspannung; andere Beschreibungen stellen KGB als Sorte dar, deren Wirkung sich langsam aufbaut.
Als Begleiterscheinung wird in mehreren Berichten und Beschreibungen Mundtrockenheit genannt. Eine Sortenbeschreibung führt außerdem Herzrasen und panikartige Unruhe an. Der Rauch war für einen Rezensenten anfangs kratzig.
Anbau:
VISC gibt die Sorte für den Anbau in Innenräumen und im Freien an und nennt eine Blütezeit von 7 bis 8 Wochen. In einem Topf von 2 Gallonen soll eine Pflanze laut Breeder 90 bis 115 g bringen. Die VISC-Version ist nur als reguläres Saatgut geführt.
Laut einer Sortenbeschreibung bildet KGB in der Blüte dichte Buds mit hellgrünem und goldenem Laub. Getrocknete Blüten werden einmal als klein und hellgrün mit dunkelorangen Härchen und reichlich Trichomen beschrieben, in einem Review dagegen als dicht, mit grünen und violetten Tönen und roten Härchen. Ein Erfahrungsbericht spricht von großen, klebrigen Buds.
Versionen verschiedener Breeder:
Unter dem Namen Killer Green Bud wird auch eine Linie von Alter Ego Genetics angeboten. Nach der Beschreibung brachte Classic Seeds die Sorte nach Nordkalifornien und gab sie an Alter Ego Genetics zur Erhaltung weiter. Einen Stammbaum nennt die Beschreibung nicht, auf VISC nimmt sie keinen Bezug. Für diese Version, die als reguläres Saatgut geführt wird, sind 8 bis 9 Wochen Blüte und 400 bis 500 g/m² angegeben; VISC nennt für das Original 7 bis 8 Wochen.