Beim Verhältnis von Blüten zu Blättern gehen die Grow-Berichte zu Tangerine Power am weitesten auseinander. Ein Grower lobt viele dicke Blüten an den Seitentrieben bei geringem Blattanteil, ein anderer bezeichnet den Ertrag seiner Stecklinge als enttäuschend und den Blattanteil als extrem hoch; immerhin seien die Blätter so harzig, dass sie sich für Extrakte eigneten. Gezüchtet hat die Sorte Sin City Seeds aus Agent Orange und der hauseigenen Blue Power. Mehrere Beschreibungen führen sie als sativadominante Hybride mit 70 % Sativa-Anteil.
Anbau:
Sin City Seeds gibt für die feminisierte Version rund 60 Tage Blüte und 300 bis 400 g/m² an und nennt Innenraum, Freiland und Gewächshaus als Standorte. Im Freiland liegt die Ernte nach diesen Angaben zwischen Ende September und Anfang Oktober. Eine weitere Beschreibung derselben Version setzt 8 bis 9 Wochen an, stuft den Ertrag als mittel ein und empfiehlt LST für eine gleichmäßigere Ausleuchtung.
Die Auswertung von 2 Indoor-Grows ergibt 63 bis 65 Tage Blüte. Die Pflanzen wuchsen dabei von etwa 35 cm bei Blütebeginn auf rund 90 cm, stabil und mit vielen Seitentrieben; einer der Grower hält die Sorte für SCROG und Supercropping geeignet. Die getrockneten Blüten fielen hart und kompakt aus, Über- oder Unterdüngung vertrugen die Pflanzen. Beobachtet wurden 2 deutlich verschiedene Phänotypen. Für Einsteiger gilt die Sorte in diesen Bewertungen als schwierig. Ein weiterer Erfahrungsbericht schildert eine Pflanze, die anders wuchs als der übrige Bestand und überwiegend Zuckerblätter statt Blüten trug.
Die berichteten Zwitterprobleme betreffen reguläre Samen. Nach einer Bewertung neigten die regulären Samen des Breeders zu Zwittern und ließen sich erst durch Selektion stabilisieren. Ein Kommentar von 2018 beschreibt 2 Durchgänge: Aus 5 Samen kamen 2 männliche Pflanzen und 3 Zwitter, beim zweiten Mal 2 männliche und 2 zwittrige Pflanzen, die zu Beginn der 3. Blütewoche männliche Blüten bildeten.
Genetik und Herkunft:
Agent Orange stammt laut den Stammbaumangaben von MZJill Genetics und verbindet Orange Velvet mit Jack the Ripper aus dem Programm von Subcool. Blue Power ist eine eigene Kreuzung von Sin City Seeds: Der Klon Power aus Sour Dubble und SoCal Master Kush trifft darin auf White Moonshine, eine Verbindung von The White mit Blue Moonshine von DJ Short. Eine Beschreibung nennt Tangie Power als weiteren Namen, eine andere führt ohne Breeder eine abweichende Abstammung aus Tangerine Haze und Power Plant.
In der Zucht diente die Sorte mehrfach als Elternteil. Sin City Seeds kreuzte sie mit Raskal Berries zu Blood Tangerine und mit SinMint Cookies zu Tangerine SinMint. Bei Natural Genetics Seeds entstand Mandarine Cookies aus Tangerine Power und einer Kreuzung von Tangerine Power mit Girl Scout Cookies; Red Bee Seeds nutzte sie für Baba Looey und Boulder Queen.
Aroma und Geschmack:
Zitrus und Orange mit süßem Einschlag bestimmen die Sortenbeschreibungen, Sin City Seeds selbst spricht von Mandarine mit Kush-Note. Eine Beschreibung ergänzt Erde und Beeren. Konsumenten beschreiben den Geschmack als süße Mandarine, teils mit Beeren, Limette oder etwas Holz. Zwei von ihnen fanden die Sorte dagegen gasig, ein weiterer schmeckte mehr Vanille als Orange.
Bei den Terpenen weichen die Angaben voneinander ab: Sortenbeschreibungen setzen Myrcen vor Limonen und Pinen, eine Beschreibung der Sin-City-Version nennt Myrcen, Caryophyllen und Humulen.
Wirkung:
Erfahrungsberichte schildern wiederkehrend eine aktivierende, euphorische Wirkung mit klarem Kopf und Fokus, die von Ruhe begleitet wird. Ein Bericht beschreibt den Zustand als gelassen und energiegeladen zugleich. Dazu kommen Kreativität und Gesprächigkeit, bei manchen ein kribbelndes Körpergefühl. Die Wirkung baut sich langsam auf und bricht nach einzelnen Berichten eher abrupt ab. Grower beschreiben sie als sehr stark und lang anhaltend, ein Konsumbericht spricht dagegen von etwa 1 Stunde.
Abweichend erlebten einzelne Konsumenten Schläfrigkeit, wurden still und zurückgezogen oder hatten Mühe, sich zu konzentrieren; einer fand die Sorte eher schwach. Als Begleiterscheinungen werden Mundtrockenheit, schwere Augen, leichte Benommenheit, gelegentliche Ängstlichkeit und leichte Paranoia berichtet. Andere Sortenbeschreibungen ergänzen trockene Augen und Kopfschmerzen.
THC-Gehalt:
Eine Beschreibung der Sin-City-Version nennt 20 bis 25 % THC. Andere Sortenbeschreibungen setzen niedriger an, eine davon mit 15 bis 21 %.
Versionen verschiedener Breeder:
Unter demselben Namen und mit derselben Abstammung führt Royal King Seeds eine feminisierte Version, ohne Sin City Seeds zu erwähnen. Der Anbieter nennt 55 bis 65 Tage Blüte, bis zu 550 g/m² im Innenraum und bis zu 400 g pro Pflanze im Freiland, Ernte von Ende September bis Oktober sowie 19 bis 24 % THC und 0,1 % CBD. Als Klima sieht er warme, mediterrane Bedingungen mit langer Saison vor; im Aroma beschreibt er süße Frucht, Pfeffer und Kiefer.