Über Twilight von Dutch Passion gibt es deutschsprachige Grow-Berichte seit 2003, doch kaum eine Eigenschaft beschreiben sie einheitlich. Einig sind sich die Grower vor allem bei der frühen Reife im Freiland: In Deutschland und Nordösterreich ernteten sie Ende September oder Anfang Oktober. Wuchshöhe, Ertrag, Wirkung und Schimmelfestigkeit beurteilen sie dagegen sehr verschieden.
Erfahrungen aus der Community:
Die Höhenangaben aus dem Freiland reichen von rund 1 m bis knapp 4 m. Ein Bericht nennt etwa 1,85 m, ein anderer 2,30 m, 3 Grower sahen ihre Pflanzen 3,50 bis 4 m erreichen. Dutch Passion selbst gibt 1 bis 1,5 m an. Ähnlich weit streuen die Erträge: Von 2 Freilandpflanzen wog ein Grower rund 570 und 500 g getrocknete Blüten, ein anderer erntete etwa 400 g, ein dritter rund 80 g von einer Pflanze, und kleinere Exemplare um 1 m brachten in einem weiteren Bericht 30 bis 50 g.
Mehrere Grower berichten von Zwittern, auch aus feminisierten Samen. In einem Indoor-Grow bildeten 3 von 4 Pflanzen männliche Blüten; ein anderer Grower las rund 20 Samen aus der Ernte und sah sie dadurch kaum geschmälert. Eine grüne und eine lila färbende Variante unterscheiden 2 Berichte. Indoor verdoppelte eine Pflanze nach der Umstellung ihre Höhe von 30 auf 60 cm, eine andere schoss von 60 auf 150 cm und trieb wie eine Sativa viele lange Seitenäste. Ein Grower, der 10 Samen zog, war mit keinem Phänotyp zufrieden.
Gegensätzlich fällt das Urteil zur Schimmelfestigkeit aus. Mehrere Freilandgrower aus Deutschland und Österreich bescheinigen der Sorte gute bis sehr gute Resistenz, einer rät dennoch, die Blüten gegen Ende auf kleine Schimmelstellen zu prüfen. Ein anderer hält sie nördlich des 52. Breitengrads im Freiland für ungeeignet, ein weiterer schreibt, sie beginne erst im September zu blühen und gehe dann am Schimmel ein. Auch die Reife kam nicht überall früh: In Berichten aus der Saison 2008 wurden Freilandpflanzen erst ab Mitte Oktober fertig, teils in der 3. Oktoberwoche. Beim Nährstoffbedarf kamen 2 Grower mit wenig Dünger aus, ein Indoor-Grower beschreibt die Pflanze dagegen als stark zehrend.
Wirkung:
Dutch Passion beschreibt ein kräftiges, anhebendes High mit skunkartigem Charakter und deutlicher Körperwirkung. Ein Teil der Erfahrungsberichte betont die Schwere: Die Rede ist von einer fast narkotischen Wirkung, von Müdigkeit und Couchlock. Ein Indoor-Bericht stuft die Stärke als mittel ein und schildert 1 bis 2 Stunden Trägheit sowie eine schnell wachsende Toleranz. Andere Grower erlebten die Sorte als untypisch für eine Indica und anregend für Gedanken und Fantasie; einem erschien sie eher langweilig.
Aroma und Geschmack:
Erdig und kräftig säuerlich mit afghanischem Einschlag, so fasst der Breeder den Geschmack zusammen; andere Sortenbeschreibungen nennen Haschisch und Sandelholz. Die Grower schmeckten mal Kräuter, mal eine fruchtig-würzige Note, mal einen milden oder harzigen Grasgeschmack. Eine grüne Pflanze fiel durch süßes Schwarzkirscharoma auf, und ein Bericht vergleicht den Geschmack mit kräftig gewürztem, kross gebratenem Steak.
Anbau:
Dutch Passion ordnet Twilight seiner Outdoor-Linie zu. Laut Breeder wird nach dem 15. Mai ausgesät und nach 7 bis 8 Wochen Blüte Anfang Oktober geerntet; die technische Übersicht derselben Seite nennt 7 Wochen, ältere Fassungen der Beschreibung Ende September bis zur 1. Oktoberwoche. Den Ertrag stuft der Breeder als hoch ein, einzelne Blütenstände sollen bei guter Kultur 50 cm lang werden. Im Herbst färben sich die Pflanzen laut Dutch Passion purpur bis fast schwarz, was der Breeder dem Indica-Erbe zuschreibt. In einem Bericht begann die Färbung in den letzten 4 Wochen und erfasste Blätter und Blüten.
Indoor dokumentierte Blütezeiten liegen zwischen 53 und 60 Tagen, im Freiland ernteten 2 Grower nach etwa 55 Tagen, einer nach rund 75. Die Streckung nach der Umstellung betrug in 2 Indoor-Grows das 2- und das 2,5-Fache. Indoor wurden die Blüten hart und kompakt, im Freiland etwas lockerer. Ein Bericht notiert ein hohes Blüten-Blatt-Verhältnis und wenige Trichome an der Oberfläche bei gut besetztem Inneren; die Pflanze brauchte dort Stützen und vertrug das Kappen des Haupttriebs gut.
Genetik und Herkunft:
Bei der Einordnung widerspricht sich der Breeder selbst. Ältere Fassungen seiner Beschreibung, die in Sortenbeschreibungen und Grow-Berichten wiedergegeben werden, führen Twilight als reine Indica; die heutige Seite von Dutch Passion nennt sie eine sativabetonte Hybride.
In US-amerikanischen Sortenbeschreibungen erscheint Twilight zudem als Zweitname von Lemon Twilight, einer Indica ohne genannten Breeder, die dort von einer Afghani-Landrasse abgeleitet wird. Die THC- und CBD-Angaben dazu widersprechen sich deutlich, und ein Erfahrungsbericht vermutet hinter so bezeichneten Blüten eine Kreuzung aus Sunset Sherbet und Do-Si-Dos mit SFV OG. Eine Verbindung zur Sorte von Dutch Passion stellt keine dieser Quellen her.