Wenn kanadische Produzenten und Konsumenten die Blüten von Blueberry Kush beschreiben, steht die Frucht aus dem Namen vorn: Blaubeere, mal begleitet von Traube, mal von Kräutern, Erde und einem Zitruston. Dahinter steckt eine überwiegend indicalastige Kreuzung aus Blueberry und OG Kush, die in Oregon entstanden sein soll und auch als Blueberry OG Kush bekannt ist. Wer sie zuerst gezüchtet hat, ist nicht dokumentiert; mehrere Samenanbieter vertreiben eigene Versionen.
Aroma und Geschmack:
Sortenbeschreibungen setzen der süßen Beere erdige und kräuterige Untertöne entgegen, eine weitere nennt Kiefer. Die Traube stammt aus der Beschreibung eines Produzenten aus Ontario, Würze und Zitrus aus der eines anderen kanadischen Produzenten. In Konsumentenberichten wirkt die Blaubeere teils künstlich wie bei Süßigkeiten; ein Bericht beschreibt sie als angebrannt, mit benzinartigem Nachklang beim Ausatmen. Andere stellen fest, dass sich der Geschmack bis zum Schluss hält, und beim Mahlen riechen die Blüten nach diesen Berichten kräftig.
Als führendes Terpen geben Sortenbeschreibungen Myrcen an, danach Caryophyllen und Pinen. Produzenten führen daneben Limonen und Humulen auf, einzelne auch Ocimen oder Linalool.
Genetik und Herkunft:
Kush Cannabis Seeds benennt für die eigene Version eine Blueberry F2 von DJ Short und eine hauseigene OG Kush als Eltern. In der dokumentierten Ahnenreihe geht diese Blueberry auf Temple Flo und HTAF zurück, also auf thailändische und afghanische Linien, die OG Kush auf eine nicht näher bestimmte Pflanze aus dem Emerald Triangle und Hindu Kush.
Nicht jede Quelle folgt dieser Abstammung. Ein kanadischer Produzent nennt Purple Kush als zweiten Elternteil, ein anderer verortet die Sorte in der Cannabiskultur von British Columbia und spricht von einer Blueberry, gekreuzt mit einer nicht identifizierten Kush von der Westküste. Als Elternteil ist Blueberry Kush unter anderem in Blueberry Fingers eingeflossen, die Noyes Boys Genetics aus Noyes Kush und Blueberry Kush gekreuzt hat.
Wirkung:
Konsumentenberichte kreisen um Entspannung und Müdigkeit. Daneben ist von gehobener Stimmung, Euphorie und Albernheit die Rede, von einem Kribbeln und von kreativen Phasen; eine Sortenbeschreibung spricht von einem schweren, langsam einsetzenden Körpergefühl. Nicht alle Erfahrungen passen dazu: Ein Bericht schildert eher Antrieb und Konzentration, ein anderer fand die Wirkung trotz großer, bläulich wirkender Blüten schwach.
Als Begleiterscheinungen nennen Berichte trockenen Mund, trockene Augen und Kopfschmerzen, eine Sortenbeschreibung zusätzlich Schwindel. Einzelne Konsumenten schildern Nervosität, Paranoia, Zittern und einen beschleunigten Puls, einer davon nach einer größeren Menge.
THC- und CBD-Gehalt:
Sortenbeschreibungen nennen 18 bis 22,5 % THC. Die deklarierten Werte kanadischer Produzenten liegen weiter auseinander: Einer gibt 18 % an, ein anderer 23 bis 29 %. Beim CBD reichen ihre Angaben von 0 bis 2 %, eine Sortenbeschreibung nennt 0,36 bis 0,65 %. Etwa 1 % CBG führt eine weitere Beschreibung auf.
Anbau:
Eine Anbauanleitung von 2021 beschreibt kurze, gedrungene Pflanzen mit dichten Colas, die sich für Hydrokultur in Innenräumen eignen. Im Freiland kommt die Sorte demnach nur bei trockenem Herbst zurecht. Für die Blüte nennt die Anleitung weniger als 40 % Luftfeuchte, damit die kompakten Blüten nicht schimmeln, und Temperaturen zwischen 68 und 80 °F. Sie stuft Blueberry Kush als anspruchsvoll ein und verweist auf hohen Bedarf an Calcium, Magnesium und Stickstoff; eine andere Sortenbeschreibung hält die Sorte für leicht und gibt 60 bis 80 cm Wuchshöhe an.
Zur Blütezeit nennt eine Sortenbeschreibung 8 bis 10 Wochen, eine andere 49 bis 63 Tage. Ein Produzent beschreibt blassgrüne Blätter mit dichtem Trichombesatz, ein anderer dunkelgrüne Blüten mit tiefvioletten Akzenten.
Versionen verschiedener Breeder:
Kush Cannabis Seeds bietet feminisierte Samen an und gibt 9 Wochen Blütezeit an. Der Breeder beschreibt lange, große Colas mit dicht gestapelten Blüten, kräftigen Wuchs und eine Resistenz gegen Echten Mehltau.
Growers Choice führt die Sorte ebenfalls feminisiert, nennt 6 bis 9 Wochen Blüte, bis zu 400 g/m² in Innenräumen und bis zu 600 g je Pflanze im Freiland und hält für den Anbau etwas Erfahrung für nötig. Nirvana vertreibt eine feminisierte Automatic-Version, in die zusätzlich Blue Mystic Automatic eingekreuzt wurde. Für sie gibt der Breeder 50 bis 70 cm Höhe und 350 bis 450 g/m² im Sea-of-Green-Anbau an und beschreibt lila verfärbte Blätter.