Hinter Hawaiian steht weder ein einzelner Breeder noch ein festgelegter Stammbaum. Der Name bezeichnet schmalblättrige Sativa-Linien von den Hawaii-Inseln, die mal als reine Sativa, mal als sativadominante Hybride eingestuft werden und auch als Hawaiian Sativa oder Hawaii geführt sind. Bekannter als die Ausgangslinie sind einige ihrer Nachkommen, darunter Pineapple Express und Golden Goat.
Genetik und Herkunft:
Elternsorten nennt keine der Quellen. Beschrieben wird eine Landrassen-Herkunft, die sich im warmen Meeresklima der Inseln durch lokale Selektion herausgebildet hat. Der hawaiische Begriff pakalōlō für Cannabis ist erstmals 1842 in einer hawaiischsprachigen Zeitung belegt. Einer Sortenbeschreibung zufolge stammen frühe Schilderungen der hochwüchsigen Inselpflanzen aus den 1960er und 1970er Jahren, Ende der 1980er Jahre griffen europäische Breeder die Genetik für Indoor-Hybriden auf.
Als Elternteil ist die Linie gut dokumentiert: Pineapple Express gilt als Kreuzung aus Trainwreck und Hawaiian, Dutch Hawaiian als Dutch Treat mal Hawaiian Sativa, und Golden Goat entstand in Topeka, Kansas, als ein Hawaiian-Romulan-Männchen eine Island Sweet Skunk bestäubte. Green House Seeds gibt für Hawaiian Snow die Herkunft Hawaiian und Laos an, Jordan of the Islands für Blue Hawaiian die Kombination Blueberry mal Hawaiian Sativa. Sensi Seeds kreuzte eine Hawaii-Sativa mit Northern Lights zur Hawaiian Indica.
Versionen verschiedener Breeder:
Die am genauesten beschriebene Samenlinie stammt von der Federation Seed Company aus British Columbia. Der Breeder führt seine Hawaiian Sativa als reine Sativa von Big Island, gefunden unweit des Mauna Kea und nach eigenen Angaben mehr als 20 Jahre auf Vancouver Island stabilisiert. Für die regulären Samen nennt Federation 10 bis 12 Wochen Blüte, eine Höhe von 8 Fuß, einen Ertrag von 8 Unzen bei voll ausgewachsenen Pflanzen und 0,75 Unzen im 2-Gallonen-Topf sowie eine Freilandernte ab dem 1. November. Der Wuchs wird als kräftig und hoch mit wenigen Seitenästen beschrieben, die Form als kaktusartig.
Mudro Seeds führt unter dem Namen Hawaii eine feminisierte Sativa für drinnen und draußen, laut Breeder mit rund 85 Blütetagen, 350 g/m² Ertrag und geringen Ansprüchen. Als Hawaii Sativa ist bei Original Strains zudem eine reguläre Outdoor-Linie ohne nähere Angaben verzeichnet.
Anbau:
Unabhängig von einzelnen Samenlinien geben 2 Sortenbeschreibungen 9 bis 11 Wochen Blütezeit an. Die Pflanzen gelten als hochwüchsig mit langen Internodien, der Ertrag wird als mittel, der Schwierigkeitsgrad als moderat eingestuft, genannt wird ein warmes, sonniges Klima. Die Blüten sind hellgrün mit orangefarbenen Härchen; mehrere Beschreibungen heben lange, gebogene Blütenstände hervor, die an Bananen erinnern. Ein Anbauratgeber empfiehlt wegen der starken Streckung Topping in der Wachstumsphase und ein SCROG-Netz.
Ein dokumentierter Indoor-Grow der Federation-Linie unter 600 Watt auf Kokossubstrat zeigte kaum Unterschiede zwischen den Pflanzen, Geruch und Aussehen fielen nahezu einheitlich aus. Zwischen Blütetag 48 und 52 rechnete der Grower mit weiteren 3 bis 4 Wochen bis zur Ernte. Die Blüten rochen süßlich nach Zitrus, dazu würzig, minzig und nach Kiefer.
Aroma und Geschmack:
Tropische Früchte, Zitrus und Süße ziehen sich durch die Beschreibungen, häufig konkretisiert als Ananas und Mango. Federation hebt für seine Linie einen ausgeprägten Zitrusgeruch hervor. Beim Terpenprofil widersprechen sich die Angaben: Eine Sortenbeschreibung führt Terpinolen vor Caryophyllen und Myrcen, andere setzen Limonen oder Caryophyllen an die erste Stelle.
THC- und CBD-Gehalt:
Die Sortenbeschreibungen nennen 15 bis 25 % THC; eine führt 24 % THC und 1 % CBG. CBD wird mit rund 1 % angegeben. Es handelt sich um Angaben aus Sortenbeschreibungen, nicht um Messwerte einzelner Chargen.
Wirkung:
Nutzer schildern eine kopfbetonte Wirkung mit gehobener Stimmung, Kreativität, Energie und Konzentration, teils auch Redseligkeit und Lachanfälle. Einzelne Berichte weichen ab und beschreiben eine körperlich entspannende bis schläfrig machende Wirkung oder leichte Müdigkeit beim Abklingen. Die Stärke wird unterschiedlich erlebt, von vergleichsweise mild bis sehr stark. Als Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, trockene Augen und Schwindel genannt, außerdem Unruhe, Ängstlichkeit und Paranoia, in einigen Berichten vor allem bei höherer Dosis. Ein Bericht erwähnt Einbußen bei Konzentration und Kurzzeitgedächtnis.