Ein Geruch nach Kraftstoff zieht sich durch mehrere Samenlinien, die unter dem Namen ICE laufen: Nirvana Seeds beschreibt das Aroma seiner Kreuzung aus Afghan, Shiva, Northern Light und einem Skunk als beinahe benzinartig, Female Seeds nennt für eine genetisch andere Sorte gleichen Namens Diesel mit einer Spur Lakritz. Royal Queen Seeds führt für seine ICE dagegen erdige und pfeffrige Noten mit Minze und Kiefer an und liest den Namen als Abkürzung für Indica Crystal Extreme.
Aroma und Geschmack:
Auch eine weitere Sortenbeschreibung der Nirvana-Linie nennt Diesel als Geruch und ordnet dem Geschmack Menthol, Minze und eine chemische Note zu. Grower schildern anderes: Zusammengefasste Indoor-Berichte führen säuerliche, haschartige und holzige Gerüche auf, im Geschmack Nektar und etwas, das an Hustensaft erinnert; ein einzelner Bericht spricht von Weihrauch und Zitrus. Als Terpene werden Limonen vor Myrcen und Caryophyllen geführt, als Angabe einer Sortenbeschreibung und nicht als Laborwert.
Genetik und Herkunft:
Nirvana Seeds gibt an, die Sorte aus Tausenden Pflanzen selektiert zu haben. Ein Stammbaum führt sie als vermutliche Kreuzung einer älteren ICE aus Afghan, Skunk #1 und Northern Light mit Shiva; mehrere Samenhändler setzen an die Stelle des Afghan dagegen White Widow.
Für ICE führt Nirvana einen Sieg beim Cannabis Cup 1998 an, ohne Kategorie oder Platzierung. Auf denselben Wettbewerb beruft sich Female Seeds: Beim High Times Cup 1998 sei in der eigenen ICE mit 22 % der höchste THC-Wert gemessen worden. Ein Rückblick auf die Cup-Jahrgänge schreibt für 1998 fast alle Pokale Greenhouse zu und erwähnt ICE nicht.
Als Elternteil steht Nirvanas Sorte hinter Papaya (Citral x Ice), White Castle (White Widow x Ice) und Raspberry Cough, für die der Breeder Cambodian IBL x Ice angibt.
Versionen verschiedener Breeder:
Royal Queen Seeds verkauft ICE als feminisierte Kreuzung aus Afghan, Northern Light und Skunk mit 90 % Indica und 10 % Sativa. Der Breeder nennt 55 bis 65 Tage Blüte, 400 bis 450 g/m² indoor, 500 bis 550 g pro Pflanze im Freiland, Wuchshöhen von 80 bis 120 cm indoor und 150 bis 200 cm outdoor sowie die Ernte im September. Dieselben 3 Linien kombiniert Growi Seeds Amsterdam in einer regulären ICE mit 8 Wochen Blüte.
Einen anderen Stammbaum hat die ICE von Female Seeds. Sie geht auf einen Schweizer Steckling zurück, der 1996 aus 500 weiblichen Pflanzen einer Kreuzung von Skunk Special und White Widow ausgewählt und später mit Blueberry gekreuzt wurde; feminisiert erschien sie 2003. Female Seeds gibt rund 60 Tage Blüte an. ApeOrigin hat Nirvanas Ice mit sich selbst gekreuzt und nennt 8 bis 9 Wochen.
THC-Gehalt:
Für die Nirvana-Linie weist eine Sortenbeschreibung 16 % THC und 1 % CBG aus. Royal Queen Seeds nennt für seine Version bis zu 18 %, ApeOrigin etwa 20 %. Alle diese Werte stammen von Breedern oder aus Sortenbeschreibungen, nicht aus Laboranalysen.
Wirkung:
Nirvana beschreibt eine schwere, körperbetonte Wirkung, Royal Queen Seeds für seine Version körperliche Entspannung bis zum Couch-Lock. Die Nutzerberichte streuen breiter. Neben Entspannung und Euphorie werden Gesprächigkeit, Kreativität, Fokus und ein Kribbeln genannt; manche schildern die Sorte als gesellig und aktivierend, andere als stark beruhigend. Als Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, trockene Augen und Kopfschmerzen angegeben. Ein Bericht hält die Wirkung für schwach.
Anbau:
Die Sortenbeschreibung von Nirvana nennt 9 bis 11 Wochen Blüte, 400 bis 500 g/m² im Sea of Green, mittlere Wuchshöhe und Eignung für Erde wie Hydrokultur. Hervorgehoben werden dichte, stark mit Trichomen besetzte Blüten und ein hohes Blüten-Blatt-Verhältnis. Angeboten wurde die Sorte regulär und feminisiert.
9 Indoor-Profile ergeben 56 bis 76 Blütetage, im Mittel 63. Die Streckung nach Blütebeginn lag je nach Bericht zwischen dem 1,7- und dem 2,8-Fachen; ein Grow endete bei 45 cm, ein anderer bei 175 cm. Beschrieben werden 3 Phänotypen: ein gestreckter, langsam blühender mit Sativa-Einschlag und 2 schnell blühende mit Indica-Charakter, davon einer kompakt. Die getrockneten Blüten gelten als hart und kompakt, 2 Berichte stufen sie als durchschnittlich kompakt ein; in einem Grow färbten sie sich lila. Geraten wird, die Pflanzen in der Blüte mit Netzen oder Stäben zu stützen.
Erfahrungen aus der Community:
Bei Pflegeaufwand und Robustheit gehen die Berichte auseinander. Ein Grower fand die Sorte anspruchslos und tolerant gegenüber wechselnden Düngerstärken, ein anderer berichtet von hohem Düngerbedarf, wieder ein anderer warnt vor Stickstoffempfindlichkeit in der Wachstumsphase. Die zusammengefasste Auswertung stuft die Nirvana-Linie als wenig pilzanfällig ein, 2 Einzelberichte nennen dagegen Schimmelanfälligkeit. Ein Bericht von 2013 schildert Zwitterbildung, hinzu kommt die Angabe von nur 2 gekeimten aus 5 Samen.
Bei der ICE von Female Seeds berichten Grower von 57 bis 64 Blütetagen, hohem Nährstoffbedarf und Anfälligkeit für Echten Mehltau.