Für Freilandlagen im Gebirge hat Dutch Passion Snow Bud ausgelesen, die Selektion fand in den Schweizer Alpen statt. Die feminisierte Sorte aus Afghani und einer nicht näher benannten südafrikanischen Linie gehört zur High-Altitude-Reihe des Breeders, der sie für kalte und nasse Standorte ausweist. Ihren Namen führt er auf die vielen weißen Blütennarben und die dicke Trichomschicht zurück.
Anbau:
Laut Dutch Passion wächst Snow Bud sativabetont in Tannenform, mit langen, vollen Seitenästen und mittlerem Internodienabstand. Meist dominiert eine große Haupttriebspitze, um die sich viele kleinere Seitenblüten gruppieren. Die großen, schmalen Blätter tragen im Schnitt 11, mitunter 13 Finger. Die Blüten beschreibt der Breeder als offen gebaut, kleine Lücken verhindern ein Zusammenwachsen.
Die Blütezeit gibt Dutch Passion mit 7 bis 9 Wochen an, im Freiland blühen die Pflanzen bis Ende September oder Anfang Oktober. Im Mittel werden sie 1,5 bis 2 m hoch, nach früher Vorkultur im Haus erreichen sie draußen 2,5 bis 3 m. Für indoor nennt der Breeder 350 bis 400 g/m², unter optimalen Bedingungen bis 450 g/m², und räumt ein, dass dies etwas unter vielen anderen Sorten liegt. Er bescheinigt der Sorte eine gute Resistenz gegen Schimmel, Mehltau und Knospenfäule sowie Kältetoleranz und stuft sie als anfängertauglich ein. Toppen und FIM verträgt sie demnach, im SCROG gedeiht sie gut; für SOG sollen die unteren 2 bis 4 Äste entfernt werden. Eine andere Sortenbeschreibung nennt eine etwas kürzere Blütezeit und eine spätere Ernte im Oktober.
Erfahrungen aus der Community:
Gegensätzlich fallen die Ergebnisse von 2 dokumentierten Grows aus. In einem Indoor-Grow streckten sich die Pflanzen nach der Umstellung auf Blüte von 30 auf 160 cm, also um 433 %. Der Ertrag blieb dort sehr gering, 2 Pflanzen wurden zu Zwittern, 2 weitere bildeten Blätter mit 15 und mehr Fingern, und keine glich der anderen. Zudem zeigten sich die Pflanzen in diesem Grow anfällig für Pilzbefall, brauchten viel Dünger und reagierten zugleich empfindlich auf Über- und Unterversorgung. Der Freiland-Bericht schildert dagegen einen hohen Ertrag mit vielen dicken Blüten an den Seitenästen, keine Probleme mit Schimmel oder niedrigen Temperaturen und einen geringen Düngerbedarf. Übereinstimmend beschreiben beide die getrockneten Blüten als hart und kompakt, was der Darstellung des Breeders widerspricht. Ein weiterer Grower meldet Freilandpflanzen von 2,6 m Höhe.
Genetik und Herkunft:
Den Sativa-Anteil beziffert Dutch Passion auf 60 bis 75 %, eine andere Sortenbeschreibung auf 60 %. In Sorten von Dynasty Seeds steckt Snow Bud als Vorfahr: Eine Kreuzung mit Pineapple, geführt als Snapple, ist neben Kali Mist ein Elternteil von Kali Snapple. Diese wiederum kreuzte Dynasty Seeds mit Ms. Universe #10 zu Pineapple Fields.
Versionen verschiedener Breeder:
Den Beinamen Snowbud trägt auch Akorn von TH Seeds, nach Angaben des Breeders eine überwiegend indicabetonte Kreuzung aus Snowbud und Afghan Kush. Ihre Wurzeln liegen demnach im Nordwesten der USA, von wo sie 1995 mitgebracht wurde; den Beinamen gaben ihr Konsumenten wegen der starken Harzbildung. Für Akorn werden 9 Wochen Blüte und 400 bis 500 g/m² angegeben. Ob das Snowbud-Elternteil die Sorte von Dutch Passion ist, lässt sich den Angaben nicht entnehmen, ein Erfahrungsbericht setzt beide Namen gleich.
Aroma und Geschmack:
Im Duft verbindet Snow Bud nach Angaben von Dutch Passion Würze und Erdiges mit Skunk. Geschmacklich nennt der Breeder neben Würze eine Kiefernnote, teils auch Süße, dazu Anklänge von Zimt und Honig. Zimt und Skunk führen auch andere Sortenbeschreibungen an, ergänzt um nussige Töne. In Erfahrungsberichten kehren Kiefer und Skunk wieder, einer beschreibt einen an Kaffee erinnernden Geschmack; ein Grower nahm dagegen vor allem Zitrone wahr statt der angekündigten Würze. Als vorherrschende Terpene nennen ein Produzent und andere Sortenbeschreibungen Myrcen, Caryophyllen und Limonen, jeweils ohne Mengenangaben.
Wirkung:
Dutch Passion beschreibt eine deutlich kopfbetonte Wirkung mit geringem Körperanteil, die zugleich entspannt und wach mache; eine andere Sortenbeschreibung stuft sie nur als mittelstark ein. In Erfahrungsberichten ist mal von Kreativität und Konzentration, mal von Entspannung bis hin zu Schläfrigkeit die Rede. Ein Grower empfand die Wirkung als nervös machend und antreibend. Genannt werden außerdem trockener Mund und trockene Augen, vereinzelt Kopfschmerzen und Benommenheit, in einem Bericht auch ängstliche Unruhe und Paranoia.
THC- und CBD-Gehalt:
Dutch Passion stuft den THC-Gehalt in seinen Kenndaten ohne Zahl als sehr hoch ein. Eine andere Sortenbeschreibung gibt 16 % THC und 0 % CBD an, weitere Angaben weichen davon nach oben wie nach unten deutlich ab. Auch die beiden Grow-Berichte urteilen verschieden: Im Indoor-Grow fielen die Blüten schwach aus, im Freiland mittel bis stark.