Als Sorte für kühle, nördliche Lagen stellt eine Anbauanleitung Alaskan Thunder Fuck vor und nennt einen Temperaturbereich von 65 bis 80 °F, etwa 18 bis 27 °C. Das passt zur Herkunft: Der Name ist seit den frühen 1970er Jahren mit dem Matanuska-Tal nördlich von Anchorage verbunden. Sortenbeschreibungen ordnen die Sorte als sativa-betont ein, ein Saatgutverzeichnis führt sie als Indica. Wer sie gezüchtet hat, ist nicht belegt, und mehrere Samenanbieter führen unter dem Namen eigene Linien.
Anbau:
Die Anchorage Daily News beschrieb 2017 Pflanzen von 8 Fuß, rund 2,4 m, die bis in den Schnee hinein wachsen. Eine weitere Beschreibung nennt deutliche Streckung nach Blütebeginn und weite Internodien. Den Schwierigkeitsgrad stufen mehrere Beschreibungen als mittel ein, bei der Blütezeit gehen sie auseinander: Genannt werden 7 bis 9, an anderer Stelle 9 bis 10 Wochen.
Bei niedrigen Temperaturen rät die Anleitung, in Gräben statt in Töpfen zu pflanzen, damit die Wurzeln wärmer bleiben. Frühes Toppen macht den Wuchs laut einer Sortenbeschreibung buschiger. Ob die Sorte gegen Mehltau resistent ist, bleibt umstritten: Eine Beschreibung bejaht es, eine andere hält sie für nicht krankheitsresistent.
In einem Grow mit Samen von Holi Moli Seeds wurde nach 62 Tagen Blüte geerntet, 2 Pflanzen brachten 356,7 g. Ein Indoor-Grow berichtet von schweren, dichten Blüten, die gegen Ende gestützt werden mussten, von früh klebrigem Harz, starkem Geruch in der Blüte und hohem Wasserverbrauch; 2 von 5 Pflanzen bildeten dort Zwitterblüten. Eine Rezension beschreibt getrocknete Blüten dagegen als leicht und locker.
Genetik und Herkunft:
Laut Anchorage Daily News führte High Times im September 1974 Gras aus dem Matanuska Valley als stark und nannte es im Januar 1975 Thunderfuck. Sortenbeschreibungen geben als Stammbaum eine Sativa aus Nordkalifornien an, die in den 1970er Jahren nach Alaska kam und dort mit einer Afghani gekreuzt wurde, teils ergänzt um eine russische Ruderalis. Belegt ist keine dieser Angaben.
Gebräuchlich sind auch die Kürzel ATF und MTF sowie Matanuska Thunder Fuck und Matanuska Tundra. Im Jahr 2017 hielt ein Breeder aus Juneau die Sorte gegenüber der Zeitung für einen Mythos, ein Offizier der Alaska State Troopers sah im Namen ein Marketinginstrument. Dasselbe Verzeichnis, das die Sorte als Indica führt, vertritt die Lesart, MTF habe nie eine bestimmte Sorte bezeichnet, sondern gutes Cannabis aus dem Tal allgemein. Als Elternteil gilt die Linie unter anderem für Alaska's Flavor von Apex Seeds, Clusterfuck von AK Bean Brains und Blissful Thunder von 517 Legend Seed Co.
Versionen verschiedener Breeder:
Quebec Cannabis Seeds beschreibt die eigene feminisierte Version als Kreuzung aus Afghani, Alaska-Sativa und russischer Ruderalis und nennt 8 bis 9 Wochen Blüte, 400 bis 500 g/m² indoor, 850 g je Pflanze outdoor sowie Ernte im Oktober. Alaska Thunderfuck von GeneSeeds Bank, ebenfalls feminisiert, ist laut Breeder aus 3 Rückkreuzungen auf Matanuska Thunderfuck hervorgegangen; angegeben sind 60 bis 65 Tage Blüte, Ernte im frühen bis mittleren Oktober und ein tannenförmiger Wuchs.
Bis zu 13 Wochen Blüte gibt Alaska Cannabis Cache für die reguläre Matanuska ThunderFuck an. Der Breeder beschreibt sie als Inzuchtlinie, die seit 1974 immer wieder neu angezogen und nur an wenige Grower im Südosten Alaskas weitergegeben worden sei. Weitere Linien unter dem Namen stammen von Seed Supreme, Twisty Seeds und Holi Moli Seeds.
THC- und CBD-Gehalt:
Sortenbeschreibungen nennen 16 bis 23 % THC. Von den Breedern beziffert Quebec Cannabis Seeds beide Werte, mit 22 % THC und 0,6 % CBD.
Aroma und Geschmack:
Kiefer, Zitrone und Menthol stehen im Mittelpunkt der Beschreibungen, dazu Salbei und Skunk. Rezensionen und Erfahrungsberichte ergänzen erdige und saure Noten mit beißendem Geschmack, 2 Berichte auch Schokolade, einer davon zusammen mit Minze und Zitrus.
Das Terpenprofil ist nur aus Sortenbeschreibungen bekannt, die einander widersprechen: Eine führt Myrcen vor Caryophyllen und Limonen, eine andere Linalool und Humulen vor Myrcen, eine dritte Pinen, Terpinolen und Limonen.
Wirkung:
Berichte beschreiben übereinstimmend einen verzögerten Einsatz der Wirkung, die dann vor allem im Kopf spürbar ist. Genannt werden Euphorie und Antrieb, Kreativität und Gesprächigkeit, mitunter Albernheit; 2 Berichte betonen einen klaren Kopf ohne Schwere im Körper. Ein Grow-Bericht spricht dagegen von deutlicher körperlicher Entspannung, die nicht müde mache.
An Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, trockene Augen, Kopfschmerzen und Schwindel genannt. Einzelne Berichte erwähnen bei größeren Mengen Unruhe, Ängstlichkeit und Paranoia.