Afghanische und jamaikanische Genetik, dazu 2 Kush-Linien: Aus diesen Bausteinen setzt White Label den Stammbaum von Purple Bud zusammen. Der Breeder kreuzte eine Afghan-Jamaican-Hybride mit einer Kush-Kreuzung, deren Hindu Kush in den Niederlanden gezüchtet wurde und deren Purple Kush aus Kalifornien stammt. Vertrieben wird die feminisierte Sorte über Sensi Seeds. Auch eine unabhängige Sortenbeschreibung führt Purple Bud auf Sensi Seeds zurück und sieht darin eine Indica afghanischer Abstammung, der ein entfernter jamaikanischer Sativa-Vorfahr etwas mehr Höhe und eine anregende Note mitgibt.
Genetik und Herkunft:
Wie ausführlich der Stammbaum ausfällt, hängt von der Quelle ab. In einer Übersicht über violette Sorten nennt Sensi Seeds nur die Afghan-Jamaican-Linie und kalifornischen Purple Kush, eine andere Sortenbeschreibung beschränkt die Eltern auf Purple Kush und Afghani. White Label ordnet die Sorte als Indica mit Sativa-Anteil ein; andere Sortenbeschreibungen beziffern den Indica-Anteil auf 75 %. Als Elternteil ist Purple Bud in T Dub belegt, einer Kreuzung mit A-Dub, deren Breeder nicht bekannt ist.
Versionen verschiedener Breeder:
Eine andere Genetik steckt hinter der Purple Bud von Seedsman. Sie stammt aus Oregon, ähnelt laut Seedsman in Aufbau und Wuchs der Skunk #1 und ist nur als reguläres Saatgut erhältlich. Der Breeder nennt 9 Wochen Blüte, eine Ernte Anfang Oktober in höheren Breiten und bis zu 20 % THC.
Für Purple Bud Automatic kreuzte White Label Ruderalis in die eigene feminisierte Sorte ein und gibt 8 bis 10 Wochen Blüte, rund 14 Wochen Gesamtlaufzeit und 90 bis 140 cm Höhe an. Eigenständig ist Auto Purple Bud von Panoramix Genetics, die eine Sortenbeschreibung vermutlich auf Purple Haze und eine nicht benannte Ruderalis zurückführt. Panoramix Genetics nennt 9 bis 10 Wochen Blüte, 50 bis 100 cm Höhe, 300 bis 400 g/m² indoor und 25 bis 65 g pro Pflanze.
Aroma und Geschmack:
White Label beschreibt einen erdigen Duft mit kräutriger Süße und einem Hauch Blaubeere, im Geschmack süße Noten mit etwas Würze und Kiefer. Für die Automatic-Version nennt der Breeder Kiefer und Sandelholz mit fruchtigem Unterton. Andere Sortenbeschreibungen ergänzen Lavendel und Pfeffer. In einem Grow-Bericht roch das gemahlene Material süßlich und fruchtig, bei der Seedsman-Version notierte ein Grower nach der Nachreifung eine pfeffrige Sandelholznote. Als vorherrschende Terpene führt eine Sortenbeschreibung Myrcen, Caryophyllen und Limonen; Sensi Seeds hebt Myrcen und Caryophyllen hervor.
Wirkung:
Laut White Label setzt die Wirkung anregend ein und geht dann in tiefe Entspannung über. In Nutzerberichten steht die entspannende, teils schläfrig machende Seite im Vordergrund. Daneben ist von Euphorie, gehobener Stimmung, Kreativität und Konzentration die Rede, vereinzelt von einem anfänglichen Energieschub mit anhaltender Körperwirkung. Andere Konsumenten empfanden die Wirkung als schwach und eher meditativ. Als Begleiterscheinungen werden trockener Mund, trockene Augen und Schwindel genannt.
THC- und CBD-Gehalt:
Eine Auswertung laborgeprüfter Produkte dieser Sorte ergibt 12 % THC und 0 % CBD. Deutlich höher liegt die Angabe eines Herstellers für Pre-Rolls mit 19,2 % THC bei 0 % CBD, ein Einzelwert. Je nach Charge, Anbau und Phänotyp schwanken die Gehalte.
Anbau:
White Label stuft Purple Bud als einsteigerfreundlich ein und gibt etwa 9 Wochen Blüte an. Outdoor erwartet der Breeder die Ernte in Nordengland im Oktober. Geeignet sei die Sorte für indoor und outdoor, für gemäßigtes und kontinentales Klima ebenso wie für kühle Regionen. Die Pflanze bleibt nach Breeder-Angaben kompakt, setzt kurze Internodien und bildet dichte, kantige Blüten mit dickem Harzbelag bei hohem Ertrag; für den Indoor-Anbau nennt White Label Sea of Green und SCROG.
Mit der namensgebenden Farbe ist nicht sicher zu rechnen. Nach Angaben des Breeders verfärben sich Blätter und Blüten bei niedrigeren Temperaturen violett, einzelne Pflanzen bleiben aber grün. Eine Sortenbeschreibung behauptet dagegen, die Färbung stelle sich auch ohne Kälte ein.
Erfahrungen aus der Community:
Den einfachen Anbau bestätigen mehrere Grow-Berichte, darunter ein Outdoor-Grow ohne Zusätze, bei dem sich die Blüten violett färbten. Sonst gehen die Erfahrungen zur Farbe auseinander. In einem Indoor-Grow mit 30 Tagen vegetativer Phase und 70 Tagen Blüte wurden 2 von 6 Pflanzen violett, die Ernte lag bei etwa 12 Unzen getrocknet. Ein anderer Grower sah von 5 Pflanzen nur 1 verfärbt, nach kalten Nächten; ein dritter nennt Temperaturen unter 23 °C als Voraussetzung. In anderen Berichten blieb das Violett ganz aus.
Die Blütedauer lag in einzelnen Berichten bei 61, 62 und 65 Tagen. Ein Grower beschreibt steinharte, kompakte Blüten auch an den Seitentrieben, die gestützt werden mussten. Ein anderer Indoor-Bericht zeichnet ein gegenteiliges Bild: starke Streckung, ein ungünstiges Blüten-Blatt-Verhältnis mit mühsamer Ernte, nach dem Topping nur kleine, längliche Seitenblüten und eine tatsächliche Reifezeit von 9 bis 10 Wochen. Zur Schimmelanfälligkeit widersprechen sich die Berichte. Die Seedsman-Version beschrieb ein Outdoor-Grower als robust gegenüber Temperaturschwankungen und Pilzbefall, mit harten Blüten, die nach dem Trocknen dunkelgrün wurden.