Sunset Runtz als Mutter, Scotty 2 Hotty als Vater: Aus diesen zwei Sorten kreuzte Exotic Genetix, ein Breeder aus dem US-Bundesstaat Washington, im Jahr 2022 Vice City. Stammbaumangaben führen auch beide Elternteile unter diesem Breeder. Eine Sortenbeschreibung bringt den Namen mit der Fernsehserie Miami Vice in Verbindung. Auf seiner Website markiert Exotic Genetix die Sorte inzwischen als eingestellt.
Genetik und Herkunft:
Sunset Runtz vereint Sunset Sherbet und Runtz, Scotty 2 Hotty geht auf Biscotti und Rainbow Chip zurück. Weiter zurück im Stammbaum finden sich unter anderem Girl Scout Cookies, OG Kush und Gelato.
Wie stark Indica oder Sativa überwiegt, wird unterschiedlich angegeben. Sortenbeschreibungen stufen Vice City als ausgewogene Hybride ein, eine Händlerbeschreibung der Exotic-Genetix-Samen dagegen als indicadominant. Bei der Abstammung weicht ein einzelnes Sortenporträt ab, das Trophy Wife und Mandarin Cookies als Eltern nennt und die Sorte dennoch Exotic Genetix zuschreibt; alle übrigen Beschreibungen nennen Sunset Runtz und Scotty 2 Hotty.
Versionen verschiedener Breeder:
Eine genetisch andere Sorte gleichen Namens führt Hidden Group Genetics, als feminisierte Samen aus Jealousy und Gary Payton.
Mehrere Samenunternehmen bieten außerdem eigene feminisierte Vice City mit der Abstammung aus Sunset Runtz und Scotty 2 Hotty an. Crop King Seeds nennt für seine Version 8 bis 9 Wochen Blüte, 500 bis 600 g/m² in Innenräumen, 800 g pro Pflanze im Freien sowie 19 bis 27 % THC und 1 % CBD; geerntet wird im Freiland laut Anbieter Ende September bis Anfang Oktober. Blimburn Seeds gibt ebenfalls 8 bis 9 Wochen und 500 bis 600 g/m² an, im Freien 500 bis 600 g pro Pflanze und 25 bis 28 % THC.
Anbau:
Für die Originalversion von Exotic Genetix, die nur feminisiert erhältlich war, nennen Händlerbeschreibungen eine Blütezeit von 56 bis 63 Tagen. Die Pflanze wächst demnach buschig mit mehreren Haupttrieben zu mittlerer bis großer Höhe heran und streckt sich nach der Umstellung auf die Blüte wenig. Anbau in Innenräumen und im Freien gilt als möglich, den Schwierigkeitsgrad stuft eine Händlerbeschreibung als mittel ein. Auf Low-Stress-Training und ScrOG soll die Sorte gut ansprechen.
Uneinig sind die Quellen bei der Widerstandsfähigkeit. Eine Sortenbeschreibung hält Vice City für resistent gegen Schimmel und Schädlinge, der Anbauleitfaden von Blimburn Seeds nennt dagegen Anfälligkeit für Echten Mehltau, Spinnmilben und Blattläuse.
Die Blüten werden als kompakt und traubenförmig beschrieben, dunkelgrün mit violetten Partien und orangefarbenen Stempeln und dicht mit Harz überzogen.
Aroma und Geschmack:
Sortenbeschreibungen nennen im Duft Blaubeere und Kirsche über einer würzigen Dieselnote, eine davon zusätzlich Blauschimmelkäse. Im Geschmack stehen süße Beerenfrucht und erdige, teils nussige und holzige Anklänge. Konsumentenberichte fallen uneinheitlicher aus: Sie erwähnen Traube mit Diesel oder süßen Treibstoff mit erdigem Grundton, in einem Bericht Ahorn, Pfirsich und Kräuterwürze, in einem anderen Gewürztee, Kiefer und Keksteig mit Vanille.
Wirkung:
Berichtet wird eine euphorische, gehobene Stimmung mit Heiterkeit und Entspannung. Beim Charakter der Wirkung gehen die Erfahrungen auseinander. Ein Teil der Konsumenten beschreibt einen anregenden Zustand mit Kreativität und Konzentration, andere berichten von Müdigkeit; ein Bericht bringt die dämpfende Seite mit größeren Mengen in Verbindung. Als Nebenwirkungen nennen Berichte Mundtrockenheit und anfängliche Paranoia, Sortenbeschreibungen zusätzlich trockene Augen, Schwindel und Kopfschmerzen.
THC- und CBD-Gehalt:
Sortenbeschreibungen geben 19 bis 27 % THC an. CBD ist nur in einer Analyse ausgewiesen, mit 0,07 %.
Laborwerte:
Zwei Chargen medizinischer Blüten dieser Sorte wurden von ClearSight Labs mit 26,07 % und 27,57 % THC gemessen, der THCA-Gehalt lag bei 29,05 und 30,58 %. Eine weitere Charge wies 24,11 % THC und 0,12 % CBG aus, ohne dass das prüfende Labor genannt ist. Über die 3 Messungen reicht der THC-Gehalt damit von 24,11 bis 27,57 %; die Werte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp.
Beim Terpenprofil lag in allen 3 Analysen Limonen an erster Stelle, mit 0,71 bis 1,05 %. Caryophyllen erreichte 0,48 bis 0,9 %. Die beiden ClearSight-Messungen weisen danach jeweils 0,43 % Myrcen aus, dazu Humulen, Alpha-Pinen und Linalool. In der dritten Charge folgte auf Limonen Farnesen mit 0,75 %, der Gesamtterpengehalt betrug dort 4,03 %. Sortenbeschreibungen nennen dagegen Myrcen als dominantes Terpen, vor Caryophyllen und Humulen.