Zwischen Breeder-Angabe und deklarierten Produktwerten liegt bei Holy Grail Kush eine deutliche Lücke: DNA Genetics nennt rund 20 % THC, eine 2023 abgepackte kanadische Charge trug 27,3 % THC auf dem Etikett. Die Kreuzung aus Kosher Kush und OG #18 gewann 2011 beim High Times Cannabis Cup die Hybrid-Wertung, laut DNA Genetics mit voller Punktzahl.
THC- und CBD-Gehalt:
Auf 20 % THC kommen auch andere Sortenbeschreibungen, eine nennt zusätzlich 1 % CBG. Eine Charge aus Illinois war 2021 mit 24,43 % THCA und 27,72 % Gesamtcannabinoiden ausgewiesen; welches Labor jeweils gemessen hat, geben weder diese noch die kanadische Produktangabe an. Eine weitere Einzelmessung ohne Labor- und Jahresangabe ergab 20,3 % THC und 0,03 % CBD. Die Werte gelten nur für die jeweilige Charge und schwanken mit Anbau und Phänotyp.
Aroma und Geschmack:
Limonen, Myrcen und Caryophyllen gelten als Hauptterpene, allerdings in wechselnder Reihenfolge. Andere Sortenbeschreibungen setzen Limonen an die Spitze, der kanadische Produzent Caryophyllen, bei 0,99 % Gesamtterpenen in seiner Charge. DNA Genetics ergänzt Alpha-Pinen und Linalool.
Im Geschmack nennt der Breeder Limette und Zitrone, darunter Kiefer, Holz und warme Würze, dazu Kaffee, Minze und Tee; im Duft hebt er Kiefer und Zitrus mit erdigen Noten von Gras und Kardamom hervor. Kaffee, Minze und Tee tauchen auch in anderen Beschreibungen auf. Eine weitere spricht von Diesel, Limette und Kaugummi im Geruch und einem erdigen Geschmack mit Haschischnoten. Ein Testbericht zur Charge aus Illinois fand Zedernholz, Minze und Zimt.
Genetik und Herkunft:
Als Elternsorten nennt DNA Genetics Kosher Kush und OG #18, andere Beschreibungen führen den Vater als OG Kush #18. Eine Sortenbeschreibung ordnet beide Eltern der Reserva Privada zu. Den Indica-Anteil gibt der Breeder mit 60 % an. Für 2012 wird außerdem ein 2. Platz in der Kategorie Indoor Hydro beim Spannabis Champions Cup genannt, allerdings nur in einer Quelle. Als Namensvarianten sind Holy Grail und Holy Grail OG verbreitet.
DNA Genetics kombinierte die Sorte für HG23 erneut mit Kosher Kush. Auch Blasphemy von Treeology Genetics, Holy Cherry Gelato von Equilibrium Genetics und Holy Communion von The Bakery Genetics haben sie als Elternteil; ohne Breeder-Angabe werden Zero Gravity und Lamborghini als Nachkommen geführt.
Wirkung:
Übereinstimmend beschreiben Konsumenten die Wirkung als entspannend und euphorisierend. Wie stark sie den Körper erfasst, wird unterschiedlich erlebt: Einige berichten von einer schweren, lang anhaltenden Wirkung bis hin zu Bewegungsunlust und Müdigkeit, andere von einem leichten Körpergefühl bei klarem Kopf. Vereinzelt ist von Kreativität, Konzentration oder Antrieb die Rede. Als Nebenwirkungen werden trockener Mund, trockene Augen und Schwindel genannt, in Einzelfällen Paranoia und unterschwellige Nervosität.
Anbau:
DNA Genetics führte die Sorte als feminisiertes Saatgut. Zur Blütezeit liegen zwei Breeder-Angaben vor: Die ursprüngliche Beschreibung nennt 9 Wochen, die aktuelle Sortenseite 8 bis 10 Wochen. Den Indoor-Ertrag beziffert die ursprüngliche Beschreibung auf 500 bis 650 g/m², die Sortenseite auf 17 bis 23 Unzen je Quadratmeter; im Freiland nennt DNA Genetics etwa 28 Unzen je Pflanze.
Laut Breeder ist die Pflanze nährstoffhungrig und verträgt bei erfahrenen Growern eine Düngung bis an die Grenze. Er empfiehlt warmes, trockenes Klima. Weil die Blüten schwer und dicht werden, raten der Breeder und eine Anbauanleitung zu 40 bis 50 % relativer Luftfeuchte gegen Schimmel; die Triebe brauchen Stützen. Der kräftige Blütegeruch erfordert gute Belüftung, die Anbauanleitung nennt dafür Aktivkohlefilter. Den Schwierigkeitsgrad stuft sie als mittel ein, während die ursprüngliche Breeder-Beschreibung die Sorte auch Einsteigern zutraut.
Erfahrungen aus der Community:
Die gelesenen Indoor-Grows dauerten in der Blüte 63 bis 80 Tage. Beim Strecken gehen die Erfahrungen weit auseinander: Eine Pflanze wuchs nach der Umstellung von etwa 100 auf 150 cm, eine andere von 25 auf 100 cm. Entsprechend breit ist das Spektrum der Wuchsformen, von tannenförmigen oder buschigen Pflanzen mit indicaartigem Habitus bis zu langen, schnell wachsenden Exemplaren mit sativaartigem Wuchs. Mehrfach beschrieben werden zahlreiche kräftige Seitentriebe.
Die getrockneten Blüten nennen mehrere Grower steinhart und sehr kompakt, zwei andere leicht unterdurchschnittlich. Das Verhältnis von Blüten zu Blattmasse bewerten alle, die es angeben, als sehr gut. Das Kappen des Haupttriebs vertrugen die Pflanzen gut; zwei Grower halten sie für SCROG geeignet und stützten sie in der Blüte mit Netzen oder Stäben. Bei der Pilzanfälligkeit widersprechen sich die Berichte, zweimal blieb die Sorte verschont, einmal erwies sie sich als anfällig. Die Ertragsurteile reichen von leicht unterdurchschnittlich bis sehr hoch. In einem Fall verkümmerten beide Sämlinge, der Grow wurde abgebrochen.