2011 landete Island Sweet Skunk beim High Times Medical Cannabis Cup in Denver auf dem 3. Platz der Sativa-Wertung, eingereicht von Grassroots Wellness. Für den Karma Cup 2015 ist in einer Sortenübersicht ein 6. Platz in derselben Kategorie vermerkt. Die Pflanze stammt von Vancouver Island. Dort wurde sie nach Angaben der Federation Seed Company viele Jahre als stabilisierte Kreuzung aus Sativa und Skunk angebaut, bevor das Unternehmen sie als Saatgut herausbrachte.
Genetik und Herkunft:
Den Ausgangspunkt bildet Sweet Skunk von Spice of Life Seeds. Deren Breeder Steve zog sie aus Sweet Pink Grapefruit; als Vater galt anfangs Big Skunk, später vermutete Steve einen männlichen NL x Haze als Pollenspender. Federation Seed Company gibt für Island Sweet Skunk Sweet Skunk und White Widow als Eltern an, versieht diese Zuordnung allerdings mit dem Zusatz „wahrscheinlich“. Andere Sortenbeschreibungen führen Sweet Pink Grapefruit und Skunk #1 als Elternpaar, eine weitere nur Skunk #1 und eine unbekannte Sativa. Gesichert ist die Abstammung damit nicht.
Weitere Namen sind Island Skunk, Sweet Island Skunk und ISS. Federation Seed Company kreuzte die Sorte mit Romulan zu Remus, außerdem erscheint sie als Elternteil von Golden Goat.
Versionen verschiedener Breeder:
Federation Seed Company führte Island Sweet Skunk nur als reguläre Samen und nennt 8 bis 9 Wochen Blüte sowie eine Höhe von bis zu 9 Fuß (rund 2,7 m) im Freiland. Next Generation Seed Company bietet reguläre und feminisierte Samen an, gibt etwa 63 Tage Blüte an und nennt Innenraum, Freiland und Gewächshaus als Anbauorte. Im Freiland soll diese Version südlich des 40. Breitengrads Mitte bis Ende Oktober reif werden; der Breeder hebt vor allem ihren starken Geruch hervor.
Von B.C. Bud Depot stammt Sweet Island Skunk, eine Linie, die auf Island Sweet Skunk zurückgeht. Der Breeder beziffert den Sativa-Anteil auf 70 %, nennt 8 Wochen Blüte indoor und Ernte Ende September im Freiland und führt nur reguläre Samen. Diese Version wird als Gewinnerin des Treating Yourself Medical Marijuana Cup 2012 geführt.
Anbau:
Nach Blühbeginn streckt sich die Pflanze laut Federation Seed Company stark, um bis zu 24 Zoll (rund 61 cm) indoor und bis zu 60 Zoll (rund 152 cm) im Freiland. Die Blüten bleiben anfangs locker, legen ab der 5. Woche zu und verdichten sich in den letzten 2 Wochen deutlich. Große Pflanzen müssen nach Angaben des Breeders in Woche 7 oder 8 angebunden werden, weil die Haupttriebe schwer werden. Andere Sortenbeschreibungen nennen 7 bis 9 Wochen Blütezeit.
Ein dokumentierter Indoor-Grow mit Samen von Next Generation Seed Company brauchte rund 90 Tage Blüte, deutlich länger als vom Breeder angegeben. Die Pflanze erreichte etwa 4 Fuß (rund 1,2 m), bildete lange, kräftige Seitentriebe und brachte etwa 6 Unzen (rund 170 g), gewogen nach einer Woche im Glas. Im Bericht gilt sie als einsteigertauglich, genügsam bei der Düngung, aber empfindlich gegenüber Über- und Unterversorgung; Schimmel trat nicht auf, für SCROG eignete sie sich gut, in der Blüte waren Stützen nötig. Die Blüten fielen dort hart und kompakt aus, ein Konsumbericht beschreibt dagegen luftige, leicht zerfallende Blüten.
Aroma und Geschmack:
Sortenbeschreibungen stellen Skunk, tropische Frucht und Grapefruit in den Vordergrund, dahinter Zitrus, Kiefer, Erde und Kräuter. In Erfahrungsberichten ist von süßer Frucht mit skunkigem Abgang die Rede, von Limette, Grapefruitschale oder einer würzigen Note; ein Konsument fand den Geschmack heuartig. Als vorherrschende Terpene nennen Sortenbeschreibungen Myrcen und Terpinolen, eine führt daneben Pinen auf.
Wirkung:
Konsens in den Erfahrungsberichten ist eine aktivierende, gehobene Wirkung bei klarem Kopf; dazu werden Kreativität, Konzentration, Euphorie und Gesprächigkeit genannt. Einzelne Konsumenten erlebten die Sorte eher entspannend bis schläfrig, andere fanden sie schwach oder beschrieben ein abruptes Nachlassen. Ein Bericht bewertet Indoor-Ware deutlich besser als Freilandware. Die Breeder-Texte von Federation Seed Company und B.C. Bud Depot weichen ab und sprechen von einer schweren, indicaartigen Wirkung.
An Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, trockene Augen und Nervosität genannt, vereinzelt Paranoia und Hustenreiz, in einem Fall heftige Kopfschmerzen.
THC- und CBD-Gehalt:
Sortenbeschreibungen geben 18 bis 20 % THC an. Messwerte enthält eine Rückrufmeldung der kanadischen Gesundheitsbehörde Health Canada von 2020, ausgelöst durch zu niedrige THC-Angaben auf dem Etikett: Für 2 Chargen dieser Sorte nennt sie tatsächliche Gesamt-THC-Gehalte von 15,6 und 18,0 % bei 0 mg/g CBD. Solche Werte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp.