Süßer Honig, Zitrus und dunkle Schokolade über einer skunkigen Grundnote: Mit diesen Begriffen beschreiben Sortenprofile den Duft von Silver Pearl. Die Dreiwegkreuzung aus Early Pearl, Skunk #1 und Northern Lights #5 wird Sensi Seeds aus Amsterdam zugeschrieben. Im Stammbaum von Silver Haze steht sie als Elternteil von Silver Pearl x Haze.
Aroma und Geschmack:
Die Beschreibungen setzen unterschiedliche Akzente. Neben Zitrus und Skunk wird ein stechender, an Ammoniak erinnernder Ton genannt, im Geschmack süßer Honig, teils mit Vanille und Zitrone. Die Breeder betonen die Süße: Sensi Seeds hebt den süßen Geschmack hervor, The Seed Bank nennt die Sorte süßer als Northern Lights #5, und Nirvana Seeds beschreibt das Aroma als frisch und nur mäßig skunkig.
Konsumenten schildern ein breiteres Spektrum. Erwähnt werden Zitrus und Beeren, erdige Töne, Kiefer und Gras, ein fruchtiger Geschmack und ein käsiger Unterton. Eine Rezension aus Oklahoma beschrieb den Duft als erdig und süß. In einem dokumentierten Indoor-Grow mit Samen von Nirvana Seeds roch die Pflanze nach Salbei, der Geschmack erinnerte an Salbei und Keksteig.
Genetik und Herkunft:
Bei den Elternlinien stimmen die Quellen weitgehend überein. Nur Nirvana Seeds führt für die eigene Version Early Girl statt Early Pearl. Ein Katalog der Sensi Seed Bank stellte Silver Pearl als Mutter der hauseigenen Silver Haze vor, nun auch einzeln erhältlich. The Seed Bank zufolge stammt das Harz von Northern Lights #5, die Süße und das Kelch-Blatt-Verhältnis von Early Pearl und Skunk #1. Sortenbeschreibungen ordnen die Hybride als sativabetont ein, eine nennt 80 % Sativa.
Bei der Entstehungszeit gehen die Angaben auseinander. Nirvana Seeds datiert die Kreuzung auf die frühen 1990er. The Seed Bank führt dagegen Silver Pearl x Haze, nach eigener Angabe Sieger des High Times Harvest Festival 1989, mit Silver Pearl als Elternteil; aus dieser Linie werden Silver Haze und Silver Haze #9 von Sensi Seeds abgeleitet. Die aktuelle Sortenseite von Sensi Seeds beschreibt Silver Haze allerdings als Kreuzung aus Haze und Northern Lights, ohne Silver Pearl zu erwähnen. Green House Seeds hat aus Samen der 1990er eine Inzuchtlinie von Silver Pearl gezogen und vertreibt sie als Lost Pearl.
Beim High Times Cannabis Cup 1993 in Amsterdam belegte Sensi Seeds mit Silver Pearl im Seed Cup Platz 2 hinter NL5 x Haze. Im Coffeeshop Cup desselben Jahres kam ein Amsterdamer Coffeeshop mit Silver Pearl ebenfalls auf Platz 2. Die oft wiederholte Angabe, die Sorte habe 1994 eine Hybrid-Kategorie gewonnen, findet sich in den Ergebnislisten von 1994 nicht; eine solche Kategorie gab es dort nicht. Für den Highlife Cup sind ein 3. Platz 2004 und ein 2. Platz 2006 in Bio-Kategorien verzeichnet.
Wirkung:
Euphorie, Kreativität und gehobene Stimmung bilden den Kern der Erfahrungsberichte, mehrfach mit schnell einsetzender Wirkung, dazu Albernheit, Gesprächigkeit, Energie oder Konzentration. Sortenbeschreibungen nennen die Wirkung im Kopf stark, bis an die Grenze des Psychedelischen. Andere Konsumenten erlebten die Sorte entspannend und schwer bis zum Couchlock, eine Rezension schildert ein ruhiges, langsam ansteigendes High. Genannt werden trockene Augen und Mundtrockenheit, vereinzelt Nervosität und Kopfschmerzen.
THC- und CBD-Gehalt:
Belegt ist eine Einzelmessung: Scissortail Laboratories ermittelte in einer 2019 veröffentlichten Analyse 13,81 % THC und 0 % CBD. Sortenbeschreibungen geben 13 bis 21 % THC an, Nirvana Seeds für die eigene Version 8 bis 15 %. Als führende Terpene nennen Sortenprofile Myrcen, Pinen und Limonen.
Anbau:
Sensi Seeds gibt 45 bis 50 Tage Blüte an und sieht die Sorte für Indoor-Anbau und Gewächshaus vor; die Pflanzen erreichen 100 bis 125 cm. Für die Ernte im Gewächshaus stehen zwei Termine im Raum, Ende September im älteren Katalog und Mitte Oktober in einer späteren Beschreibung. Sortenprofile schildern niedrige Pflanzen mit dunkelgrünem Laub und Blüten mit wenigen Blättern, orangefarbenen Härchen und dichtem Trichombesatz. Eine andere Beschreibung nennt die Buds dagegen ausgesprochen blattreich.
Im erwähnten Indoor-Grow mit Samen von Nirvana Seeds wuchs die Pflanze tannenförmig mit wenigen Seitentrieben, legte während der Blüte von 35 auf etwa 120 cm zu und war nach 54 Tagen fertig. Der Grower kam mit wenig Dünger aus und stufte die Sorte als einsteigertauglich ein. Erfahrungsberichte nennen außerdem 6,5 Wochen Blüte sowie 6 bis 7 Wochen im Freiland. Ein Bericht beschreibt die Pflanzen als widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, ein anderer bemängelt lockere Buds.
Versionen verschiedener Breeder:
Neben Sensi Seeds führen The Seed Bank und Nirvana Seeds die Sorte, beide als reguläre Samen. Ob Sensi Seeds oder The Seed Bank sie zuerst anbot, geht aus den Quellen nicht hervor. The Seed Bank nennt 45 bis 50 Tage Blüte bei 12 Stunden Dunkelheit, Eignung für indoor, outdoor und Gewächshaus sowie eine Ernte um den 15. September auf 40° nördlicher Breite. Nirvana Seeds gibt etwa 52 Tage an, 400 bis 500 g/m² im Sea of Green und eine Ernte im September oder Oktober.