Dutch Passion hat Power Plant nach eigener Darstellung nie mit anderen Sorten gekreuzt, sondern ausschließlich durch Inzucht aus südafrikanischer Genetik weitergeführt. Der niederländische Breeder datiert die Linie auf 1997 und beschreibt sie als nahezu reine Sativa mit nur geringem Indica-Anteil. Unter demselben Namen vertreiben heute weitere Samenanbieter eigene Versionen, teils mit anderem Stammbaum.
Genetik und Herkunft:
Gesammelt hat die Ausgangssamen laut einem Artikel von Dutch Passion bereits in den 1970er Jahren Henk van Dalen, der spätere Gründer des Unternehmens. Sie stammten aus südafrikanischem Gras, das damals in niederländischen Coffeeshops stark gefragt war. Beim ersten Indoor-Anbau fielen einzelne besonders potente Pflanzen auf, und die ertragreichsten davon bildeten die Basis der weiteren Selektion.
In Coffeeshops läuft die Sorte laut Dutch Passion mitunter als PPP oder Pure Power Plant, andere Sortenbeschreibungen führen zusätzlich das Kürzel PWP. Unter Pure Power Plant beschreiben einige Sortenprofile allerdings eine Hybride aus nordamerikanischer Indica und afrikanischer Genetik, ohne Bezug zu Power Plant herzustellen.
Beim Highlife Cup in den Niederlanden erreichten Einsendungen unter dem Namen zwischen 2006 und 2011 mehrere Podestplätze, darunter Platz 1 in der Bio-Wertung der Coffeeshops 2008 und Platz 1 in der Hydro-Wertung 2009. Dutch Passion nennt außerdem für 2016 einen 1. Platz in der Sativa-Kategorie und einen 3. Platz in der Hasch-Wertung der Lift Expo in Vancouver. Als Elternteil ist die Linie unter anderem in American Pie von Pyramid Seeds, Dolce Vita von Dutch Passion und Cotton Candy Kush belegt.
Aroma und Geschmack:
Dutch Passion beschreibt das Aroma als holzig, würzig, erdig und blumig, mit Anklängen an Lilien und Vanille. Andere Sortenbeschreibungen betonen Holz, Erde und eine stechende Note bei scharfem, pfeffrigem Geschmack; wieder andere nennen Rose, Kiefer und Zitrone im Duft, Sandelholz und eine säuerliche Note im Geschmack. In Erfahrungsberichten kehrt der erdig-holzige Eindruck mit leichter Würze wieder.
Wirkung:
Den Tenor der Erfahrungsberichte bildet eine anregende, kopfbetonte Wirkung. Konsumenten nennen Energie, Konzentration, Kreativität und gehobene Stimmung, mehrere Berichte auch Redseligkeit. Dutch Passion schildert einen euphorischen Beginn, auf den später Entspannung folgt. Wie deutlich diese zweite Phase ausfällt, wird unterschiedlich erlebt: Freiland-Grower beschreiben eine wache Wirkung ohne Müdigkeit, andere berichten nach dem energischen Einstieg von starker körperlicher Schwere oder einem Einbruch nach etwa einer Stunde.
Als Begleiterscheinungen werden trockener Mund und trockene Augen genannt, Mundtrockenheit erwähnt auch der Breeder. Einzelne Konsumenten berichten von Nervosität und Paranoia, Herzrasen oder Schwindel.
THC- und CBD-Gehalt:
Dutch Passion stuft den THC-Gehalt ohne Zahl als sehr hoch ein, andere Sortenbeschreibungen nennen 15 % THC und 0 % CBD. Eine 2020 vom Breeder veröffentlichte Analyse untersuchte 3 Proben, die in niederländischen Coffeeshops unter dem Namen verkauft wurden: Gemessen wurden 14, 16 und 17 % THC, CBD war nur in Spuren nachweisbar. Das Labor wird nicht genannt, und die Werte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp. Erfasst wurden dabei unter anderem beta-Myrcen, beta-Caryophyllen und alpha-Humulen. Sortenbeschreibungen führen Myrcen als dominierendes Terpen, gefolgt von Pinen und Caryophyllen.
Anbau:
Für die eigene Linie nennt Dutch Passion 8 bis 9 Wochen Blüte, einzelne Phänotypen brauchen 10 bis 11 Wochen und gelten beim Breeder als die ertragreichsten. Indoor gibt Dutch Passion 500 bis 600 g/m² an; bei Aussaat direkt unter 12/12 bleiben die Pflanzen bei 75 bis 125 cm. Die Streckung nach Blütebeginn beziffert der Breeder auf 200 bis 300 %, die Internodien beschreibt er als kurz. Ein dokumentierter Indoor-Grow kam auf 267 % Streckung, 110 cm Endhöhe und 65 Tage Blüte. Im Freiland nennt Dutch Passion trockenes, warmes Klima, andere Sortenbeschreibungen setzen die Ernte in der zweiten Oktoberwoche an.
Freiland-Berichte schildern kräftige, schnell wachsende Pflanzen mit vielen langen Seitentrieben, in einem Fall mit Tannenform. Das Verhältnis von Blüten zu Blattmasse fällt günstig aus, die getrockneten Buds reichen von steinhart bis leicht luftig. Bei schwerem Behang sind Stützen nötig. Zwei Grower heben Widerstandsfähigkeit gegen Schimmel hervor, mehrere einen geringen Düngerbedarf und Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen. Ein Grower toppte zwischen dem 4. und 7. Nodium mit gutem Ergebnis, fand im selben Durchgang aber 3 deutlich verschiedene Phänotypen, von denen der rein sativabetonte schlecht auf das Topping reagierte. Ein Indoor-Bericht kritisiert eine starke Zwitterneigung feminisierter Samen.
Versionen verschiedener Breeder:
Dutch Passion führt Power Plant als reguläre und feminisierte Samen sowie die Autoflower-Variante Auto Power Plant, eine Kreuzung mit Auto Think Different, die laut Breeder indoor 11 bis 13 Wochen Gesamtlaufzeit braucht. Spliff Seeds verweist auf eine südafrikanische Mutterpflanze und eine Entstehung in den Niederlanden Ende der 1990er Jahre; der Anbieter nennt 8 Wochen Blüte, 400 bis 500 g/m² indoor, 550 g pro Pflanze im Freiland sowie 70 bis 100 cm Höhe indoor und 100 bis 120 cm outdoor. Für die feminisierten Versionen gibt Bulk Seeds 62 bis 68 Tage Blüte an, 420 Genetics etwa 51 Tage.
Einen anderen Stammbaum haben 2 gleichnamige Sorten. Bei CH9 Female Seeds handelt es sich um eine Kreuzung aus Power Plant und Jack 33 mit rund 53 Tagen Blüte. Plantation Premium Seeds kreuzte eine südafrikanische Durban-Sativa mit einer nicht genannten Indica und gibt 50 bis 60 Tage Blüte, 500 bis 600 g/m² indoor und 18 bis 20 % THC an.