In Erfahrungsberichten zu Purple Gorilla, von denen die ältesten aus dem Jahr 2014 stammen, kehrt vor allem die Farbe wieder: tief violette Blüten mit purpurnen Härchen und dichtem Harzbelag, in einem Fall ganz ohne sichtbares Grün. Über die Wirkung urteilen Konsumenten weit weniger einheitlich, und über die Herkunft lässt sich wenig Gesichertes sagen. Sortenbeschreibungen ordnen die Hybride als indicabetont ein und verorten sie in der San Francisco Bay Area, ohne einen Breeder zu nennen.
Erfahrungen aus der Community:
Den Kern der Berichte bildet eine körperliche Entspannung, die in Schläfrigkeit übergehen kann. Dazu beschreiben Konsumenten Euphorie, Albernheit und Appetit, und mehrere ordnen die Sorte ausdrücklich dem Abend zu. Uneinig sind sie beim Einsetzen der Wirkung: Manche erleben sie als schleichend, andere als schnell und stark sedierend.
Abweichende Erfahrungen gibt es reichlich. Einzelne Berichte heben Konzentration, Energie und Kreativität hervor und nehmen die beruhigende Seite nur am Rande wahr, andere beschreiben eine Mischung aus Ruhe und leichter Anregung, bei der sie aktiv blieben. Ein Konsument fand die Wirkung schwach, ein anderer schildert einen kurzen, dafür intensiven Kopfeffekt. Als Nebenwirkungen nennen die Berichte trockene Augen, einen trockenen Mund, Hustenreiz und Kopfschmerzen beim Abklingen. Vereinzelt ist von paranoiden Gedanken die Rede, in einem Fall beim ersten Konsum. Sortenbeschreibungen ergänzen Schwindel.
Aroma und Geschmack:
Traube ist der gemeinsame Nenner, im Geschmack mehrfach als saure Traube beschrieben. Hinzu kommen Beeren und Kirsche über einem erdigen Grundton, je nach Bericht auch Zitrus, Skunk oder ein Hauch Benzin. Sortenbeschreibungen nennen außerdem würzige und pfeffrige Noten sowie Ammoniak.
Beim Terpenprofil weichen die Angaben voneinander ab. Eine auf Labordaten gestützte Sortenbeschreibung führt Myrcen vor Pinen und Caryophyllen, eine andere stellt Linalool und Terpinolen an die Spitze.
Genetik und Herkunft:
Ein gesicherter Stammbaum existiert nicht. Eine verbreitete Sortenbeschreibung lässt die Abstammung offen, andere vermuten Mendocino Purps als Vorfahren, teils ergänzt um Purple Rain Forest. Eine weitere nennt Sour Diesel und Purple Urkle als Eltern. Neuere Profile setzen dagegen Gorilla Glue #4 an, gekreuzt mit Purple Rain oder mit einer Linie von Purple Kush bzw. Granddaddy Purple. Keine dieser Angaben geht auf einen namentlich genannten Breeder zurück. Den Indica-Anteil geben Sortenbeschreibungen mit rund 60 % an.
Weiterverwendet wurde die Sorte unter anderem von Skunk Devil Genetics, die sie mit Sour Stomper kombinierten und das Ergebnis mit Heart of Darkness zu Heart Stomper kreuzten. New420Guy Seeds verarbeiteten sie mit Girl Scout Cookies und SFV OG Kush zu Pauls Purple Cookies.
THC- und CBD-Gehalt:
Sortenbeschreibungen geben 17 % THC und 0 % CBD an, was die Sorte als THC-dominant ausweist. Andere Beschreibungen setzen den THC-Gehalt höher an, ohne dafür Messungen auszuweisen.
Anbau:
Die Blütezeit liegt laut Sortenbeschreibungen bei 7 bis 8 Wochen; im Freiland wird nach einer Beschreibung Anfang Oktober geerntet. Beschrieben werden große, violette Hauptblüten mit starkem Trichombesatz. Die Sorte gilt als geeignet für den Anbau drinnen wie draußen, eine Beschreibung nennt ein gemäßigtes, trockenes Mittelmeerklima als günstig und schreibt ihr Widerstandskraft gegen Schimmel und Mehltau zu. Beim Schwierigkeitsgrad widersprechen sich die Quellen, die Einstufungen reichen von leicht bis schwierig.
Versionen verschiedener Breeder:
Unter ähnlichem Namen haben 2 Breeder eigene Kreuzungen mit dokumentiertem Stammbaum herausgebracht. Greensleeves Genetics aus Alaska kreuzte für Purple Gorillas Purple Punch mit Gorilla Glue. Nach Angaben des Breeders bleibt die Pflanze eher klein, bildet viele Seitentriebe und braucht rund 50 Tage Blüte. Im Duft beschreibt Greensleeves frische Muffins und Traubenlimonade, unterlegt mit dem Treibstoffton von Gorilla Glue. Samen gab es nur in regulärer Form.
Short Stuff Seedbank führt Auto Purple Gorilla als feminisierte Autoflower, gezüchtet aus einer Kreuzung von Gorilla Glue #4 und Auto OG Kush, die mit Auto Purple Amnesia rückgekreuzt wurde. Der Breeder nennt 9 bis 11 Wochen vom Samen bis zur Ernte, mindestens 23 % THC und ein zitruslastiges Aroma mit erdigen Noten.