Aus Samen von Rising Sun Cultivars sind für Purple Poison 4 Phänotypen verzeichnet, alle als schnell blühend beschrieben: einer indicabetont, 3 sativabetont, wobei einer davon gestreckter wächst als die übrigen kompakten Pflanzen. Bio Bomb Selections hat mehrere Exemplare dieser F1 in eigene Kreuzungen eingebracht und hebt eine Auslese mit der Nummer 2 als ertragsstark hervor; ihr Geruch erinnert den Breeder an würzige Trauben. Genetisch geht die Sorte nach Angaben von Rising Sun Cultivars auf eine Kreuzung aus Purple Urkle und Tangerine Dream zurück, die anschließend mit einem Durban Poison aus Colorado gepaart wurde.
Anbau:
Rising Sun Cultivars gibt für die Blüte rund 70 Tage an und nennt Innenraum, Freiland und Gewächshaus als Anbauorte. Saatgut dieser Version ist nur in regulärer Form belegt, feminisiert gab es sie von diesem Breeder nicht.
Eine Sortenbeschreibung schildert eher locker aufgebaute, hellgrüne Blüten mit violetten Tönen, gelb-orangen Härchen und einer Schicht aus Trichomen. Die Färbung der Blüten hebt auch ein Erfahrungsbericht hervor.
Genetik und Herkunft:
Tangerine Dream, einer der Großeltern, stammt laut Stammbaumangaben von Barney's Farm und vereint G13 mit einer Kreuzung aus G13 und Neville's Haze. Purple Urkle wird dort als Klon mit unbekannter, überwiegend indicabetonter Abstammung geführt. Rising Sun Cultivars selbst stuft Purple Poison als überwiegend sativabetont ein.
Crop King Seeds und eine Sortenbeschreibung nennen nur Purple Urkle und Tangerine Dream als Eltern und lassen Durban Poison weg. Eine weitere Beschreibung führt alle Elternlinien auf, ordnet die Sorte aber mit 60 % Indica als indicabetonte Hybride ein.
Bio Bomb Selections hat die Sorte mehrfach weiterverwendet: Durango Fruitage entstand aus Lemon Twizzler und einem männlichen Purple Poison, Purple 710 Gum aus Indiana Bubblegum von 710 Genetics. Dazu kommen Spiced Plum Jam und eine Kreuzung der Auslese Nummer 2 mit einer kambodschanischen Hochland-Sativa.
Aroma und Geschmack:
Im Geschmack beschreibt Rising Sun Cultivars blumige Traube mit Zitrus, Nelke und Gewürzen und einem Abgang nach Kiefer. Die männlichen Pflanzen, die Bio Bomb Selections einsetzte, rochen nach Traube mit Minze und Zitrus beziehungsweise nach würzigen, künstlich wirkenden Trauben. Andere Sortenbeschreibungen setzen den Schwerpunkt auf Holz, Erde und Kiefer, eine ergänzt Skunk und schwarzen Pfeffer. Als vorherrschendes Terpen wird dort β-Caryophyllen angegeben, gefolgt von Pinen und Limonen. Ein Erfahrungsbericht vergleicht den Geschmack mit einem Parfüm aus Orange und Kräutern.
Wirkung:
Nach Darstellung von Rising Sun Cultivars bleibt der Kopf klar, während sich im Körper ein Kribbeln einstellt, ohne dass die Sorte schwer in den Sitz drückt. In den 7 ausgewerteten Erfahrungsberichten wird Entspannung wiederholt genannt, oft zusammen mit Konzentration, Kreativität oder Gesprächigkeit. Teils wird ein langsamer Wirkungseintritt beschrieben. Auseinander gehen die Berichte bei der Frage, ob die Sorte eher anregt oder müde macht: Einige nennen Energie, andere Schläfrigkeit. Als Nebenwirkungen tauchen Mundtrockenheit und trockene Augen auf.
THC- und CBD-Gehalt:
Von FESA Labs liegt eine Einzelmessung aus dem Jahr 2024 an einem unter diesem Namen vertriebenen Produkt vor: 30,01 % THCA, entsprechend 26,58 % Gesamt-THC, CBD lag unter der Nachweisgrenze. Welche Genetik dem Produkt zugrunde lag, ist nicht angegeben. Eine Sortenbeschreibung nennt dagegen 16 % THC. Die Breeder-Angaben gelten jeweils für die eigene Version: Crop King Seeds gibt 22 bis 24 % THC und unter 1 % CBD an, Aeque Genetics 23,5 % THC und 1 % CBD.
Versionen verschiedener Breeder:
Unter dem Namen existieren auch genetisch fremde Sorten. Baked Beanz kreuzte Snake Venom mit einem kleinwüchsigen Granddaddy-Purple-Männchen und gibt rund 65 Tage Blüte an; die Samen sind regulär, angebaut werden kann im Innenraum wie im Freiland. Auf diese Linie geht Purple Poison Cookies zurück. Aeque Genetics verwendet den Namen für eine feminisierte Autoflower-Sorte aus Poisonous Skunk OG und einem violetten Phänotyp derselben Linie, ausgelegt für den Innenraum, mit einer Blütezeit von etwa 70 Tagen. Der Breeder beschreibt kräftige Pflanzen mit dicken Blüten und einem süßen Geruch nach Traube und Skunk. Als Blütenprodukt ist zudem eine Kreuzung aus Grape Gas und White Runt unter diesem Namen belegt.
Crop King Seeds führt Purple Poison als feminisierte Sorte. Für diese Version nennt der Anbieter 8 bis 9 Wochen Blüte, 300 bis 400 g/m² im Innenraum und 400 bis 500 g je Pflanze im Freiland bei Ernte im Oktober. Bevorzugt wird nach seinen Angaben warmes, mediterranes Klima; die Pflanzen stuft Crop King Seeds als klein und schädlingsresistent ein, den Anbau als einsteigertauglich.