Als eigenständige Zuchtlinie ist Purple Stardawg nicht entstanden. Der Name steht ursprünglich für lila gefärbte Phänotypen von Stardawg, einer Kreuzung aus Chemdawg 4 und Tres Dawg von Top Dawg Seeds. BSB Genetics, das eine eigene Stardawg-Version vertreibt, wird nach eigener Darstellung regelmäßig nach Purple Stardawg gefragt und führt die Nachfrage darauf zurück, dass Stardawg lila Phänotypen hervorbringt, die ihre Besitzer unter diesem Namen weitergeben. Inzwischen bieten Samenanbieter unter derselben Bezeichnung auch Kreuzungen mit anderen Elternsorten an.
Genetik und Herkunft:
Laut einem Interview mit Top Dawg Seeds aus dem Jahr 2016 kam Stardawg 2011 erstmals heraus. Tres Dawg hatte der Breeder selbst aus Afghan #1 von Sensi Seeds und Chem D gezüchtet und 2 Mal zurückgekreuzt. Nach seiner Aussage brachten alle Kreuzungen mit Tres Dawg lila Phänotypen hervor. Aus der 3. Stardawg-Auflage stammt eine lila Selektion namens Kate Upton; kurz vor dem Interview kam ein weiterer lila Phänotyp hinzu, der in Geruch und Geschmack von Chem 4 geprägt sei, mit einem süßeren Einschlag.
Die Färbung variiert laut BSB Genetics stark, von durchgehend lila Blüten bis zu grünen, deren lila Töne erst beim Aufbrechen sichtbar werden. Dicht seien die Blüten unabhängig von der Farbe. Eine Sortenbeschreibung schildert schwere, spatenförmige Blüten in dunklem Olivgrün mit tiefvioletten Untertönen, dunklen bernsteinfarbenen Stempeln und dicker Trichomschicht.
Bei der Einordnung gehen die Angaben auseinander. Für die Stardawg von Top Dawg Seeds ist die Einstufung indicadominant verzeichnet, BSB Genetics nennt für seine Version 90 % Sativa und 10 % Indica. Purple Stardawg selbst wird in Sortenbeschreibungen mal als Sativa, mal mit 90 % Sativa-Anteil, mal als ausgewogene Hybride geführt.
Versionen verschiedener Breeder:
Discreet Seeds führt eine feminisierte Purple Stardawg aus Purple Afghani und Stardawg. Der Anbieter gibt 90 % Indica, 24 % THC und 8 bis 9 Wochen Blüte an, dazu bis zu 550 g/m² indoor und bis zu 850 g je Pflanze im Freiland. Als Aroma nennt er Ananas, exotische Früchte und Diesel.
Ebenfalls feminisiert ist die Version, die unter dem Namen Dark Wizard Genetics angeboten wird. Ihr Stammbaum wird uneinheitlich angegeben: Mehrere Anbieterseiten nennen Stardawg × Grape Train Kush, eine andere Stardawg × Purple Kush. Übereinstimmend ist dort von 8 bis 9 Wochen Blüte die Rede. Eine der Seiten nennt 450 bis 550 g/m² indoor, 400 bis 600 g je Pflanze outdoor, 80 bis 120 cm Höhe im Innenraum und 140 bis 200 cm im Freien sowie eine Ernte Anfang bis Mitte Oktober auf der Nordhalbkugel. Grünere Phänotypen sollen dort stärker nach Treibstoff riechen, lila Ausprägungen eher nach Traube und Frucht.
Für die Ausgangssorte gibt BSB Genetics bei seiner feminisierten Stardawg 9 bis 10 Wochen Blüte, 500 bis 550 g/m² und 24 % THC an. Bei der Stardawg von Top Dawg Seeds sind rund 67 Tage Blütezeit verzeichnet.
THC- und CBD-Gehalt:
Sortenbeschreibungen nennen zwischen 14 und 25 % THC: eine 14 %, eine andere 22 %, eine dritte 20 bis 25 %. Beim CBD stehen 0 % gegen 0,1 bis 0,5 %. Ein Hersteller weist für seine als Purple Stardawg verkauften Blüten 25,71 % THC aus, ohne das prüfende Labor zu nennen, und bezeichnet sie als stark chemlastigen Stardawg-Phänotyp mit Diesel- und Erdnoten. Für eine in den USA als Hanfprodukt vertriebene Blüte gleichen Namens werden 35,70 % THCA angegeben; das zugehörige Analysezertifikat ist nicht öffentlich zugänglich.
Aroma und Geschmack:
Diesel und ein chemischer Ton mit Traube bilden in den Sortenbeschreibungen den Kern. Daneben tauchen erdige und holzige Noten auf, würzige Kräuter, Kiefer und eine stechende Schärfe, an anderer Stelle Süße und Skunk. Erfahrungsberichte schildern einen kräftigen, eigenwilligen Geschmack mit Erde und Holz; einer erwähnt einen fruchtigen Nachklang in Richtung Traube und Fruchtpunsch. Als führende Terpene listen die Beschreibungen Myrcen vor Caryophyllen, an 3. Stelle Limonen oder Pinen.
Wirkung:
In Sortenbeschreibungen gilt die Wirkung als überwiegend anregend und stimmungshebend. Die 10 gesichteten Erfahrungsberichte fallen gemischter aus. Sie nennen gehobene Stimmung, Euphorie, Kichern, Entspannung und Kribbeln, in einem Fall einen klaren Kopf. Andere Berichte beschreiben Schläfrigkeit, gesteigerte Lust und eingeschränktes rationales Denken. Ein Konsument empfand die Sorte milder als Stardawg, ein anderer beschrieb einen schnell einsetzenden, aber kurzen Effekt.
Als Nebenwirkungen kommen Mundtrockenheit, Schwindel, Unruhe und Paranoia vor; ein Bericht schildert ausgeprägte Unruhe und Paranoia, ein anderer verminderte Selbstkontrolle. Eine Sortenbeschreibung ergänzt trockene Augen.