Über die Abstammung von Belladonna gibt es 2 Angaben, die sich nicht decken. Paradise Seeds nennt auf der eigenen Sortenseite White Widow, gekreuzt mit einer Linie aus Malawi und Skunk. In anderen Sortenbeschreibungen steht dagegen Super Skunk als Elternteil, ergänzt um eine nicht benannte Sativa. Unstrittig ist der Breeder: Paradise Seeds brachte die sativabetonte Hybride Ende der 1990er Jahre heraus, und nach eigener Darstellung verbreitete sie sich zuerst beim Outdoor-Anbau in Spanien.
Genetik und Herkunft:
Das Verhältnis gibt Paradise Seeds mit 60 % Sativa zu 40 % Indica an. Eine abweichende Beschreibung kommt auf 85 % Sativa, verortet die unbekannte Sativa-Elternlinie in Brasilien und datiert die Entstehung auf 1999. Der Breeder selbst erwähnt weder Super Skunk noch Brasilien.
Beim Highlife Cup auf der Highlife Feria in Barcelona erreichte Belladonna 2005 den 3. Platz; eine einzelne Sortenbeschreibung spricht abweichend von einem 1. Platz. Als Elternteil steckt die Sorte in Crazy Miss Hyde von Samsara Seeds, einer Kreuzung mit einer Linie aus Northern Light, Skunk #1 und Haze.
Versionen verschiedener Breeder:
Unter demselben Namen sind Sorten anderer Breeder verzeichnet, die mit dem Original nichts gemein haben müssen. Pacha's Select verwendet ihn für eine Kreuzung aus Spooky Sunset und einem Lilac-Poison-Männchen, die nur als reguläres Saatgut erschien und nach rund 60 Tagen Blüte erntereif sein soll. BellaDonna von The Bakery Genetics ist eine F2 aus Kumquat und Grand Daddy Purple, die der Breeder zu GGWhore weiterkreuzte. Von Pro Seed stammt eine reguläre Bella Donna unbekannter Abstammung, für die etwa 9 Wochen Blüte, 12 % THC und eine Indoor-Höhe um 150 cm angegeben werden.
THC- und CBD-Gehalt:
Für seine Belladonna nennt Paradise Seeds auf der Sortenseite 22 % THC, in einer weiteren Produktbeschreibung 18 bis 22 % THC bei weniger als 0,1 % CBD. Eine andere Sortenbeschreibung setzt den THC-Gehalt mit 15 % deutlich niedriger an.
Aroma und Geschmack:
Der Breeder beschreibt Duft und Geschmack als fruchtig und süß mit zuckriger Note, an anderer Stelle als fruchtig und stechend. In Erfahrungsberichten kommen erdige, käsige und buttrige Töne hinzu; ein Konsument fühlte sich beim Geschmack an Pfirsich erinnert. Grow-Berichte verzeichnen Brombeere, Blaubeere und Keksteig. Als prägende Terpene führen Sortenbeschreibungen Limonen, Caryophyllen und Myrcen.
Wirkung:
Paradise Seeds spricht von einem anregenden, euphorischen Sativa-High, das Kreativität und geistige Klarheit betone und später in Entspannung übergehe, ohne vollständig zu sedieren. Eine ältere Beschreibung des Breeders geht weiter und nennt die Wirkung psychedelisch mit starkem Rausch auf die Sinne.
Konsumenten beschreiben Belladonna als energetisch, euphorisch und kreativ, teils auch als albern, fokussiert oder luststeigernd. Ein Bericht schildert dagegen eine schwere Körperwirkung bis zur Bewegungsunlust, ein anderer ein befremdliches High mit Ängstlichkeit. An Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, trockene Augen, Paranoia und leichter Druck im Kopf genannt.
Anbau:
Paradise Seeds bietet die Sorte ausschließlich als feminisierte Samen an und gibt indoor 55 bis 60 Tage Blüte sowie bis zu 450 g/m² an. Im Freiland reift sie laut Breeder auf der Nordhalbkugel bis Mitte Oktober und bringt bis zu 800 g pro Pflanze. Der Breeder hebt die kompakte Statur und die festen, blattarmen Blüten hervor, auf die er eine gute Widerstandskraft gegen Schimmel und Pilze zurückführt, und nennt die Sorte für Sea of Green geeignet. Als Klima empfiehlt er mediterrane Lagen, aber auch gemäßigte Regionen mit unbeständigem Herbst.
In einem eigenen Testanbau mit 5 Pflanzen und 4 Wochen Wachstumsphase blieben die Pflanzen nach Angaben von Paradise Seeds kurz und buschig mit kräftiger Seitenverzweigung. Zur Ernte maßen sie 60 bis 75 cm und brachten 21 bis 32 g je Pflanze. Die Blüten fielen fest, breit und harzreich aus, mit günstigem Verhältnis von Kelchen zu Blättern.
Erfahrungen aus der Community:
Grow-Berichte bestätigen die anspruchslose Pflege; einer beschreibt die Sorte als nachsichtig bei Über- oder Unterdüngung und unempfindlich gegen Temperaturschwankungen. Die getrockneten Blüten gelten in den Berichten als hart und kompakt, wegen ihres Gewichts brauchten die Pflanzen in 2 Fällen Netze oder Stäbe. Indoor dauerte die Blüte in 3 dokumentierten Grows 60, 65 und 70 Tage. Dabei wuchsen die Pflanzen von 15 bis 20 cm zu Blütebeginn auf 65 bis 100 cm.
Beim Ertrag gehen die Erfahrungen auseinander: Grower beschreiben ihn von durchschnittlich bis sehr hoch, teils blieben die Ernten hinter den Erwartungen zurück. Auch bei Schimmel widersprechen sich die Berichte; einer meldet Anfälligkeit, ein anderer keinerlei Probleme. Ein Konsument fand die Blüten luftig, stark riechend und dicht mit Trichomen besetzt, ein anderer bemängelte wenige Harzkristalle.