Benannt ist Red Pop nach einer roten Erdbeerlimonade, die in Michigan unter dem Markennamen Faygo bekannt ist, und der Name ist als Geruchsangabe gemeint: Exotic Genetix zufolge roch der Ausgangssteckling genau wie dieses Getränk. Die Hybride des Breeders aus Tacoma im US-Bundesstaat Washington geht auf Strawberry und Cookies & Cream zurück und wird mit 60 % Indica und 40 % Sativa geführt. Unter demselben Namen ist außerdem eine Linie aus Michigan mit anderem Stammbaum dokumentiert.
Aroma und Geschmack:
Die Beschreibungen kreisen um Erdbeerlimonade, Beerenbonbon und roten Fruchtpunsch, dazu kommt eine cremige Vanillenote; auch der Vergleich mit aromatisierter Cola fällt. Der Michigan-Linie werden zusätzlich erdige und würzige Töne zugeschrieben, der Version von Exotic Genetix eher Vanillecreme und Konditorsüße. In Nutzerberichten tauchen außerdem Kirsche, Brombeere und ein Anflug von Diesel auf; ein Bericht empfand den Geruch als schwach. Als Terpene nennen Sortenbeschreibungen Myrcen an 1. Stelle vor Pinen und Limonen, während Produktangaben aus dem Handel Caryophyllen, Limonen und Ocimen aufführen.
Genetik und Herkunft:
Am Anfang stand ein Fund in einer bestehenden Kreuzung. Strawberries and Cream, von Exotic Genetix aus Strawberry und Cookies & Cream gezüchtet, brachte einen Phänotyp hervor, den ein unter dem Namen regiemillers auftretender Grower selektierte und an den Firmengründer Exotic Mike weitergab. Aus der Selbstung dieses Stecklings entstand die Samenlinie Red Pop S1. Cookies & Cream stammt aus Girl Scout Cookies und Starfighter F2; ein Magazinbericht von 2021 gibt für Strawberries and Cream die F2-Generation von Cookies & Cream als Kreuzungspartner an. Über die Strawberry-Mutter ist wenig bekannt, ihr wird eine niederländische Herkunft nachgesagt.
Exotic Genetix nutzte die Selektion anschließend als Elternteil für eigene Kreuzungen, darunter Red Runtz (mit Runtz), Big Red (mit Kimbo Kush), Cherry Cosmo (mit Baker's Dozen) und Cream Pop (mit Milk & Cookies). Compound Genetics kreuzte sie für Exotic² mit Apples & Bananas. Die S1-Samen selbst führt der Breeder inzwischen als ausgelaufen.
Versionen verschiedener Breeder:
Die Linie aus Michigan wird 710 Savant zugeschrieben, läuft auch als Faygo Red Pop und gilt als Indica aus einer Afghani-Kreuzung, deren anderer Elternteil nicht genannt ist. Als Live Resin gewann sie beim High Times Cannabis Cup in Michigan 2015 den 1. Platz in der Kategorie Best Indica Concentrate. Exotic Genetix beschreibt seine feminisierte S1-Linie dagegen als Hybride mit 60 % Indica aus Strawberry und Cookies & Cream. Im Handel verschwimmen die Linien: Eine Produktbeschreibung kombiniert den Stammbaum von Exotic Genetix mit dem Cup-Sieg von 710 Savant, und eine Sortenbeschreibung nennt Afghani × Strawberry als Kreuzung von Exotic Genetix.
Anbau:
Für Red Pop S1 gibt Exotic Genetix 56 bis 63 Tage Blütezeit, einen hohen Ertrag und eine mittlere bis hohe Statur an und empfiehlt die Erziehung als mehrfach getoppter Busch. Eine ausführliche Sortenbeschreibung weicht davon ab und setzt den gesamten Blütezyklus bei rund 10 Wochen an. Sie schildert kräftigen Wuchs, mäßige Höhe im Innenraum und ein dichtes oberes Blätterdach, das auf Training gut anspricht; die dichten Blüten färben sich dunkel, teils mit hellvioletten Rändern, und tragen einen starken Trichombesatz. Zur Streckung nach Blütebeginn gibt es 2 Lesarten: gering laut dieser Beschreibung, das 1,5- bis 2-Fache laut einer anderen. Die Sorte gilt als für drinnen und draußen geeignet.
THC-Gehalt:
Sortenbeschreibungen nennen rund 20 % THC, teils 20 bis 26 %. 2 im US-Handel angebotene Blütenchargen waren mit 21,74 % und 26,8 % THC deklariert, ohne dass das prüfende Labor genannt wäre; solche Werte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp.
Wirkung:
Nutzer beschreiben eine körperliche Entspannung bei wachem Kopf. Genannt werden Gesprächigkeit und Konzentration, in anderen Berichten Kreativität und Albernheit, dazu euphorische und stimmungshebende Effekte. Davon weicht ein Bericht ab, der Schwere hinter den Augen und Schläfrigkeit schildert. Als Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, trockene Augen und Kopfschmerzen aufgeführt.
Erfahrungen aus der Community:
Ein Grow-Bericht zur S1-Linie schildert eine Pflanze, die trotz nach eigener Aussage schlechter Bedingungen in 10 Wochen ohne Zwitterblüten zur Ernte kam. Ihr Aroma beschrieb der Grower als süßlich mit Propan- und Gumminoten statt nach Erdbeerlimonade, und auch seine übrigen S1-Pflanzen fielen unterschiedlich aus. Ein anderer Bericht hält fest, dass sich Red Pop in Kreuzungen stark durchsetzt und dort viele Phänotypen nach diesem Elternteil schlagen.