Unter dem Namen Nerds ist eine Hybride aus Strawberry Cough und Grape Ape verzeichnet, die auf Adam Jacques und den Oregon Microgrowers Guild in Eugene, Oregon, zurückgeht. Wer die Sorte nachschlägt, stößt auf eine ganze Reihe von Aliasnamen: Nerdz, Nerdz OG, Nerds OG, Pink Nerds, Blue Nerds und Blue Nerdz. Zumindest Blue Nerds steht anderswo für eine eigenständige Sorte mit anderem Stammbaum, was die Zuordnung von Erfahrungsberichten und Produktangaben erschwert.
Genetik und Herkunft:
Eine Sortenbeschreibung ordnet die verwendete Grape Ape der Linie von Barney's Farm zu, die Strawberry Cough derjenigen von BC Bud Depot. Das Ergebnis wird als ausgewogene Hybride geführt; 2 Beschreibungen beziffern das Verhältnis auf je 50 % Indica und Sativa.
Ob die ursprüngliche Pflanze je als Saatgut in Umlauf kam, bleibt offen. Eine Sortenübersicht vermerkt, dass Jacques' Nerds offenbar nie in Samenform verkauft wurde, listet dieselbe Version aber zugleich als ausschließlich feminisiert. Jacques selbst hat sich vor allem als Züchter CBD-reicher Sorten einen Namen gemacht.
Als Elternteil taucht Nerds in White Nerds auf, einer Kreuzung mit The White, deren Breeder nicht überliefert ist.
Versionen verschiedener Breeder:
Für die Version des Oregon Microgrowers Guild sind rund 60 Tage Blütezeit sowie Anbau im Haus, im Freien und im Gewächshaus verzeichnet. Von Oaseeds Genetics stammt eine feminisierte Nerds aus denselben Eltern, für die der Breeder 8 bis 10 Wochen Blüte, bis zu 500 g/m² unter Kunstlicht und bis zu 1200 g pro Pflanze im Freien angibt, dazu 14 bis 25 % THC und etwa 0,5 % CBD. Die Ernte im Freien setzt Oaseeds Genetics im frühen bis mittleren Herbst an.
Genetisch nichts mit Nerds zu tun hat Blue Nerds: Global Genetics LA kreuzte dafür Runtz mit The Original Z. Daneben ist unter diesem Namen eine Linie aus Watermelon Z und Forbidden Fruit verbreitet.
Aroma und Geschmack:
Traube und Erdbeere prägen die Beschreibungen, begleitet von Beerenfrucht und deutlicher Süße. Mehrfach steht die Traube im Vordergrund, während die Erdbeere erst beim Ausatmen hervortritt. Hinzu kommen würzige, kräuterige, erdige und holzige Töne. Eine Beschreibung ergänzt Zitrusnoten von Zitrone, Orange und Ananas, ein Erfahrungsbericht einen cremigen, erdigen Abgang. Auch der Vergleich mit den gleichnamigen Zuckerdragees taucht auf.
Als vorherrschendes Terpen nennen 2 voneinander unabhängige Sortenbeschreibungen Caryophyllen. Bei den übrigen Terpenen gehen sie auseinander: Die eine führt Linalool und Limonen, die andere Myrcen, Eucalyptol, Humulen und Terpinolen.
Wirkung:
Geschildert wird eine Verbindung aus geistiger Anregung und körperlicher Entspannung. In den Berichten tauchen Euphorie, Kreativität, Kichern, Gesprächigkeit und ein Kribbeln im Körper auf. Ein Bericht hebt gesteigerte Konzentration und Antrieb beim Lernen hervor, andere Konsumenten werden im späteren Verlauf schläfrig. Eine Beschreibung betont einen nach innen gekehrten Zug, der bei manchen in Grübeln umschlagen kann.
Als Nebenwirkungen werden trockener Mund, trockene und gerötete Augen, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit genannt. Einzelne Berichte erwähnen starken Speichelfluss, Gereiztheit, innere Unruhe beim Grübeln sowie deutliches Unwohlsein nach größeren Mengen.
THC-Gehalt:
Sortenbeschreibungen nennen für den THC-Gehalt Werte zwischen 14 und 23 %, wobei die einzelnen Spannen nur teilweise übereinstimmen. Mehrere Erfahrungsberichte empfinden die Sorte als wesentlich kräftiger, als diese Zahlen vermuten lassen, und widersprechen damit ausdrücklich der Einordnung als mild. Der Wirkungseintritt wird mal als verzögert, mal als schnell beschrieben.
Anbau:
Die Blütezeit setzen Sortenbeschreibungen bei rund 60 Tagen beziehungsweise 56 bis 63 Tagen an; im Freien soll laut einer Beschreibung um Mitte Oktober geerntet werden. In der Wachstumsphase bleiben die Pflanzen kompakt mit eng stehenden Nodien, nach dem Umstellen auf Blüte strecken sie sich merklich. Zur Endhöhe nennt eine Beschreibung 61 bis 91 cm, eine andere weniger als 76 cm.
Die Blätter sind breit, limettengrün und haben kräftige Finger. Die Blüten fallen eher locker aus, leuchtend hellgrün mit orangefarbenen Narben und dunkelvioletten Akzenten unter einem dichten Trichombesatz. Verlangt wird ein warmes Klima; den Schwierigkeitsgrad stufen 2 Beschreibungen als niedrig ein.