Beim Cowboy Cup 2023 in Oklahoma stand Pure Michigan als Finalist in der Kategorie Indoor Flower auf der Ergebnisliste, die ersten 3 Plätze gingen an andere Sorten. Weitere Wettbewerbsergebnisse sind nicht belegt: 3rd Coast Genetics bezeichnet die Sorte als preisgekrönt, nennt aber weder Cup noch Jahr, und in den Siegerlisten des High Times Cannabis Cup Michigan von 2022, 2023 und 2024 fehlt der Name. Hinter der indicadominanten Hybride aus Oreoz und Mendo Breath F2 steht eine Zusammenarbeit der Breeder ThugPug Genetics und 3rd Coast Genetics, beide aus Michigan.
Genetik und Herkunft:
3rd Coast Genetics um den Breeder Max Yields steuerte den nur als Steckling weitergegebenen Oreoz-Cut 1.0 bei, den das Haus selbst OOOZE nennt. ThugPug Genetics bestäubte ihn mit seinem Mendo-Breath-F2-Männchen Studly Spewright, dessen Linie Gage Green Genetics zugeordnet wird. Oreoz geht auf Cookies and Cream und Secret Weapon zurück, Mendo Breath auf OGKB und Mendo Montage. Bei 3rd Coast läuft die Kreuzung in der Schreibweise PUREMICHIGAN und wird dort auch als OOOZEBREATH bezeichnet, andernorts findet sich das Kürzel PuM. Im Dezember 2019 erwähnt ein Grower-Beitrag die Samen bereits als gekauft. Andere Sortenbeschreibungen beziffern den Indica-Anteil auf 70 %.
Als Elternteil steckt die Sorte in etlichen Kreuzungen: 3rd Coast Genetics nutzte sie für Cadillac Rainbows, Black Truffle, Blue Michigan und Detroit Breath, Exotic Genetix für Below Zero.
Aroma und Geschmack:
Beim Aroma widersprechen sich die Quellen. 3rd Coast Genetics beschreibt ein dunkles Profil ohne fruchtige Anteile, mit verbrannten Noten, Hopfen und Erde. Andere Sortenbeschreibungen führen dagegen Baumfrucht, Limette und Ammoniak an oder sprechen von Mokka, Schokolade, Nuss und einem cremigen Vanilleton beim Ausatmen. In Erfahrungsberichten kehren Ammoniak, Gas, Erde und Pfeffer wieder, einzelne nennen Zitrone, Kaffee oder Diesel. Als dominante Terpene gibt 3rd Coast Myrcen, Caryophyllen, Limonen und Humulen an; eine andere Sortenbeschreibung setzt Limonen an die erste Stelle, gefolgt von Caryophyllen und Myrcen.
Wirkung:
Nutzerberichte schildern eine entspannende, euphorische Wirkung mit guter Laune, Gesprächigkeit und Albernheit; genannt werden außerdem ein Kribbeln im Körper und gesteigerte Lust. Uneinheitlich ist, wie schwer die Sorte ausfällt: Ein Teil der Berichte beschreibt Schläfrigkeit, Trägheit und Couch-Lock, andere fühlen sich fokussiert oder aktiv. Als Nebenwirkungen tauchen Mundtrockenheit, trockene Augen, Schwindel, Hustenreiz und Nervosität auf, ein Bericht schildert eine spürbar eingeschränkte Feinmotorik.
THC- und CBD-Gehalt:
3rd Coast Genetics gibt für Blüten seines eigenen Cuts 26 bis 31 % THC und 3 bis 4 % Terpene an. Eine andere Sortenbeschreibung führt 29 % THC und 1 % CBG. Chargenwerte, die Anbieter ohne Nennung des Labors veröffentlichen, liegen teils darunter: Eine Charge ist mit 20,89 % THC, 0,071 % CBD und 1,9 % Terpenen ausgewiesen, 3 weitere mit 20,01, 27,49 und 29,978 % THCA. Für eine davon werden 0,12 % CBD und 0,14 % CBG genannt, für eine andere 1,55 % Terpene. Die Werte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp.
Anbau:
3rd Coast Genetics nennt 9 Wochen Blüte, für die Samen von ThugPug Genetics werden rund 60 Tage geführt. Beschrieben wird eine mittelhohe, sehr buschige Pflanze mit engen Internodien und kompakten, harzreichen Colas, deren dunkelgrünes Laub in der späten Blüte orange und violette Töne annimmt. Die Streckung gilt als moderat, eine Sortenbeschreibung beziffert sie auf das 1,5- bis 2-Fache.
Ein Stecklingsanbieter hält Topping und SCROG für geeignet, nennt Ausdünnen und Entlauben in der Blüte und ordnet die Sorte milden bis warmen Lagen zu. Der Anbau ist indoor, outdoor und im Gewächshaus belegt. Als Indoor-Ertrag stehen 400 bis 500 g/m² in mehreren Sortenbeschreibungen, der Schwierigkeitsgrad wird als mittel eingestuft. Die Samen von ThugPug Genetics sind regulär.
Versionen verschiedener Breeder:
Philosopher Seeds führt unter demselben Namen eine feminisierte Kreuzung aus Gorilla Glue #4 und Pure Michigan, genetisch also eine andere Sorte: 8 bis 9 Wochen Blüte, outdoor Anfang Oktober erntereif, 500 g/m² indoor, über 600 g und bis zu 1 kg pro Pflanze im Freiland, mehr als 25 % THC. Premium Cultivars führt den Namen als Samen und als Autoflower-Variante mit Verweis auf Oreoz und Mendo Breath, ohne Anbaudaten.
ThugPug Genetics legte mit Pure Michigan 2.0 eine zweite Fassung auf, bei der ein Mendo-Breath-F4-Männchen namens Junior den Vater stellt. Cosmic Wisdom führt davon feminisierte S1-Samen mit 56 bis 63 Tagen Blüte; ein einzelner Indoor-Bericht zu dieser Linie nennt 63 Blütetage und einen Zuwachs von rund 65 auf rund 150 cm. Als Phänotyp ist außerdem Pure Michigan #5 dokumentiert, dem Noten von Kaffee, Pflaume und Minze zugeschrieben werden.