Zwei Sorten mit völlig verschiedenem Stammbaum tragen den Namen Burmese Kush. Gemeint ist in der Regel die Züchtung des niederländischen Breeders TH Seeds, der eine Indica aus Burma unbekannter Abstammung mit OG Kush kreuzte; in Amsterdam ist für sie die Kurzform Buku gebräuchlich. Kera Seeds führt unter demselben Namen eine Kreuzung aus Trainwreck und White Widow. Mehreren Sortenbeschreibungen zufolge nahm High Times die Version von TH Seeds 2007 in seine Top-10-Liste der Sorten auf.
Genetik und Herkunft:
Über die OG-Kush-Seite herrscht keine Einigkeit. In der TH Seeds zugeschriebenen Beschreibung heißt der zweite Elternteil schlicht OG Kush, US-Produzenten geben dagegen teils SFV OG Kush an, teils Burmese Kush x OG Kush. Auch der Indica-Anteil wird uneinheitlich beziffert, Sortenbeschreibungen nennen 50, 60 oder 70 %.
Als Elternteil findet sich die Sorte in Kreuzungen anderer Breeder: Cabin Fever kombinierte sie für Burmese Headband mit Loompas Headband, Sagemasta Select für Desert Python mit Mesa Cookies, und in Burma Glue von ADKGrass steckt Buku zusammen mit Sour Glue.
Versionen verschiedener Breeder:
Für die Version von TH Seeds nennt die dem Breeder zugeschriebene Beschreibung 9 Wochen Blüte, 100 cm Wuchshöhe und mehr als 400 g/m². Andere Sortenbeschreibungen weichen davon ab: Eine von 2012 spricht von 7 Wochen, eine weitere von etwa 53 Tagen, eine dritte von 7 bis 8 Wochen bei 600 bis 700 g/m². Belegt sind reguläre und feminisierte Samen.
Kera Seeds bezeichnet seine Burmese Kush als zu 90 % Sativa und listet sie nur feminisiert. Der Breeder gibt rund 9 Wochen Blüte an, indoor 350 bis 400 g/m² bei 55 bis 65 cm Höhe, outdoor 115 bis 165 g je Pflanze bei 90 bis 140 cm sowie eine Ernte im Oktober; den THC-Gehalt beziffert er mit 20 %. Royal King Seeds führt zudem eine autoflowernde Burmese Kush mit 55 bis 65 Tagen Blüte und nach eigenen Angaben 15 % THC, ohne deren Elternlinien zu nennen.
THC- und CBD-Gehalt:
Für die Linie von TH Seeds streuen die Werte weit. Sortenbeschreibungen nennen 13 bis 25 % THC; eine davon setzt den CBD-Gehalt bei 0,01 bis 0,18 % an, eine andere führt zusätzlich 1 % CBG. Konsumenten berichten von Chargen mit 23 bis 27 % THC, ohne die zugrunde liegende Analyse zu nennen.
Aroma und Geschmack:
TH Seeds beschreibt den Geschmack als erdig und holzig mit Kiefer und Zitrus. US-Produzenten ergänzen Terpentin, Zimt, Kakao und Würze, ein weiterer nennt Honig und Salbei bei kieferartigem Duft. In Grow-Berichten tauchen Haschisch, Sandelholz und ein moschusartiger Ton auf. Konsumenten schildern ein breiteres Spektrum von Grapefruit und saurer Zitrusfrucht über fruchtige und pfirsichartige Noten bis zu einem käsigen, strengen Unterton mit einem Hauch Diesel.
Als dominante Terpene führen Sortenbeschreibungen Caryophyllen, Myrcen und Limonen. US-Produzenten stellen in ihren Angaben dagegen Terpinolen voran, gefolgt von Caryophyllen und Limonen oder von Myrcen und Caryophyllen; auch ein Erfahrungsbericht erwähnt eine terpinolenreiche Charge.
Wirkung:
Entspannung, Euphorie und gehobene Stimmung bilden den Kern der Erfahrungsberichte. Mehrere Konsumenten schildern einen verzögerten Einsatz, nach dem die Wirkung allmählich zunimmt. Wie stark der Körper beteiligt ist, wird unterschiedlich erlebt: Ein Teil der Berichte beschreibt einen fokussierten oder kreativen Zustand mit leicht aktivierender Seite, andere eine schwere körperliche Wirkung bis zu Schläfrigkeit und Couchlock. Einzelne Konsumenten fanden die Sorte schwach, einer nennt eine kurze Wirkdauer. Als Nebenwirkungen werden trockener Mund und trockene Augen genannt, vereinzelt leichte Kopfschmerzen; eine Sortenbeschreibung erwähnt zudem selten auftretende Paranoia und Schwindel.
Anbau:
Das geringe Blattaufkommen an den Blüten hebt TH Seeds hervor und sieht die Sorte für kleine Growräume vor; eine Sortenbeschreibung von 2012 leitet daraus einen geringen Trimaufwand ab. Eine andere warnt vor Schimmel und Mehltau bei warm-feuchter Witterung, eine dritte vor zögerlichem Wachstum in den ersten Wochen.
Grow-Berichte zeichnen ein uneinheitliches Bild. In einem Indoor-Grow wuchs die Pflanze buschig und kräftig, streckte sich nach der Umstellung von etwa 15 auf 80 cm, vertrug das Kappen des Haupttriebs und bildete nach 60 Tagen Blüte harte, kompakte Buds; die Samen keimten wegen ihrer harten Schale schwer. Im dokumentierten Grow eines LED-Herstellers mit getoppten Pflanzen kamen nach 68 Tagen Blüte 1090 g Trockenmasse aus einem Zelt von 3 × 3 Fuß.
Outdoor entwickelte sich eine Pflanze in Florida in einem mit Gitter umschlossenen Poolbereich tannenförmig, verlangte bis in die letzten Wochen Stickstoff und wurde nach rund 48 Tagen Blüte Mitte Juli geerntet. Ein anderer Grower berichtet von Ästen, die in der späten Blüte so schwach wurden, dass sie bei Regen brachen, und von einem enttäuschend kleinen Ertrag.