Unter 2 Namen ist dieselbe Kreuzung von Moxie 710 beschrieben: als Grape Valley Kush und als Merlot OG. Der kalifornische Breeder, der auch als Moxie Seeds auftritt, kreuzte Grape Kush mit SFV OG; welche Elternsorte die Mutterpflanze stellte, lassen die verfügbaren Angaben offen. In der Beschreibung des Breeders stehen große, dichte Blüten mit sehr dichtem Trichombesatz im Vordergrund, außerdem die Eignung des Materials für Extrakte, die mit oder ohne Lösungsmittel hergestellt werden.
Genetik und Herkunft:
Dass die Sorte überwiegend indica ist, darin stimmen die Beschreibungen überein. Beim genauen Verhältnis weichen sie voneinander ab: 2 nennen 95 % Indica und 5 % Sativa, eine weitere 80 % zu 20 %. Merlot OG bezeichnet keinen eigenen Stammbaum; die Sortenangaben zu Moxie 710 führen den Namen ausdrücklich als Alias derselben Linie.
Aroma und Geschmack:
Moxie 710 beschreibt einen Geruch, der an Treibstoff erinnert und stark von Kiefer geprägt ist. Andere Sortenbeschreibungen rücken Traube und Beere in den Vordergrund, dazu Zitrus, Kiefer und eine erdige Grundnote. Für den Geschmack werden zusätzlich Apfel, Lavendel und eine würzige Kush-Note genannt.
Eine 2022 veröffentlichte Besprechung einer einzelnen Charge hält beim Öffnen eine süße, an Erdbeerbonbons erinnernde Note fest, darunter Blumenerde, Pilz und Tabakblatt, beim Rauchen eine cremige Süße. In einzelnen Konsumberichten tauchen Grapefruit mit minzigen und anisartigen Anklängen auf, in einem weiteren ein Geschmack, der an Hustensaft erinnert.
Als dominierendes Terpen führen Sortenbeschreibungen Myrcen, gefolgt von β-Caryophyllen und Limonen. Eine veröffentlichte Analyse ohne Angabe des Labors bestätigt Myrcen an erster Stelle mit 1,425 mg/g, ordnet aber Limonen mit 0,235 mg/g vor β-Caryophyllen mit 0,142 mg/g ein.
Wirkung:
Übereinstimmend beschreiben Konsumenten eine deutlich entspannende Wirkung, die in Schläfrigkeit übergehen kann, begleitet von Euphorie und gehobener Stimmung. Daneben werden Gesprächigkeit, Albernheit, Appetit und gesteigerte Konzentration genannt.
Beim Verlauf gehen die Berichte auseinander. Ein Teil erlebt den Beginn als anregend und kreativ, bevor sich körperliche Schwere bis hin zum Couchlock einstellt; andere empfinden die Sorte schon zu Beginn als stark sedierend. An Nebenwirkungen werden Mundtrockenheit, trockene Augen und Schwindel genannt, in einer ausführlichen Besprechung zusätzlich Ängstlichkeit und eine spürbare körperliche Erschöpfung nach dem Höhepunkt.
THC- und CBD-Gehalt:
Sortenbeschreibungen nennen für den THC-Gehalt Werte zwischen 15 und 26 %, eine davon nur 15 bis 18 %. Gemessene Chargen liegen darüber. Level One Labs ermittelte 2022 für eine Charge 31,62 % THCA, entsprechend 28,58 % Gesamt-THC; CBD und CBG lagen jeweils bei 0,00 %. Für 2 weitere Chargen wurden ohne Nennung des Labors 26,3 % und 29,05 % THC veröffentlicht. Die Messwerte schwanken je nach Charge, Anbau und Phänotyp.
Anbau:
Die Angaben zur Version von Moxie 710 nennen ausschließlich feminisiertes Saatgut, eine Blütezeit von 55 bis 65 Tagen und einen Ertrag von etwa 450 g/m². Die Sorte lässt sich danach indoor und outdoor kultivieren. Der Breeder hebt zudem die gut zu trimmende Blütenstruktur hervor.
Eine andere Sortenbeschreibung datiert die Ernte im Freiland auf Ende September bis Mitte Oktober, stuft den Anbau als einfach ein und beschreibt eine nicht hoch wachsende Pflanze, die warmes Klima bevorzugt und bei kühleren Temperaturen kräftige Färbungen entwickelt. Besprechungen einzelner Chargen zeigen kompakte, kegelförmige Blüten mit violetten Akzenten auf grünem Grund.
Versionen verschiedener Breeder:
Neben der Linie von Moxie 710 führt The Seed Fair eine Grape Valley Kush unter eigenem Label, die eine andere Abstammung hat: OG Kush gekreuzt mit Grapefruit. Für diese feminisierte, photoperiodische Version nennt der Anbieter 95 % Indica, 20 % THC, 0 % CBD, 7 bis 9 Wochen Blüte, 450 g/m² indoor und bis zu 500 g pro Pflanze im Freiland. Genetisch handelt es sich damit um eine andere Sorte.