Die Gesamtwertung des 26. High Times Cannabis Cup in Amsterdam gewann 2013 ein Eintrag von The Green Place: Rollex OG Kush von The Devil's Harvest Seed Company. Die Sorte verbindet White Fire OG aus der Zucht von OG Raskal mit Kuchi, einer eigenen Linie des Amsterdamer Breeders. Obwohl sie als indicadominant geführt wird, wächst sie hoch und streckt sich in der Blüte wie eine Sativa.
Genetik und Herkunft:
Gegründet wurde The Devil's Harvest Seed Company nach eigener Darstellung von den Breedern Daire und Paul in Amsterdam; auf seiner Website verweist das Unternehmen auf Cup-Gewinne seit 2012. Für Rollex OG Kush nennt der Breeder White Fire OG, auch WiFi OG genannt, als Mutter und ein Kuchi-Männchen als Vater. Andere Sortenbeschreibungen sprechen bei der Mutter von einem Phänotyp der White Fire von OG Raskal. Kuchi wiederum ist eine Devil's-Harvest-Kreuzung aus Cheese und SFV OG Kush.
Inzwischen führt der Breeder die Sorte als RLX OG Kush, mit unveränderter Abstammung und denselben Cup-Erfolgen. Belegt ist sie als feminisiertes und als reguläres Saatgut. Als Elternteil taucht sie unter anderem in Casey's Rollex OG von DutchFem auf, einer Kreuzung mit Casey Jones.
Auf den Erfolg von 2013 folgten beim Highlife Cup 2014 jeweils 1. Plätze in den Kategorien Best Cannabis und Kush. 2018 war die Sorte dort erneut vertreten, eingereicht von verschiedenen Teilnehmern: Als Rollex OG Kush gewann sie die Kush-Kategorie, als Rollex OG kam sie bei den Indicas auf Platz 2. Der Breeder nennt außerdem 1. Plätze beim Oregon Concentrate Challenge und beim Oil Hunters Cup.
Aroma und Geschmack:
Skunk, Kiefer und Käse bilden den Kern der Aromabeschreibungen, dazu kommen erdige Töne. Wie sich die Darstellung des Breeders verschoben hat, zeigt der Vergleich zweier Fassungen: Die unter dem alten Namen veröffentlichte Beschreibung nennt Käse und Apfel im Geschmack, begleitet von Skunk- und Dieselnoten, die aktuelle Produktseite spricht von Gas, einer strengen Note und stechender Erde. Andere Beschreibungen erwähnen süßen Apfel mit Anklängen von Blaubeere und Zitrus. Als Terpene gibt Devil's Harvest Myrcen und Linalool an; Sortenbeschreibungen führen Myrcen als dominantes Terpen, daneben Caryophyllen und Limonen.
Wirkung:
Erfahrungsberichte schildern einen zweistufigen Verlauf. Zuerst setzt eine anregende, deutlich zerebrale Wirkung ein, die nach und nach in körperliche Entspannung übergeht. Daneben ist von gehobener Stimmung, Euphorie und Albernheit die Rede. Einige Konsumenten beschreiben Konzentration und Kreativität, andere Schläfrigkeit. An Nebenwirkungen werden trockener Mund und trockene Augen genannt, vereinzelt Paranoia, Kopfschmerzen und ein gereizter Hals.
THC-Gehalt:
Devil's Harvest gibt für die Sorte 25 % THC und mehr an. Mehrere weitgehend gleichlautende Sortenbeschreibungen nennen 20 bis 23 %.
Anbau:
Der Breeder veranschlagt 55 bis 65 Tage Blüte und hält die Sorte für drinnen und draußen geeignet, bei mittlerem Schwierigkeitsgrad und hohem Ertrag in beiden Umgebungen. Für den Freilandanbau auf der Nordhalbkugel nennt die aktuelle Produktseite September als Erntemonat; in der älteren Beschreibung heißt es dagegen, die Pflanzen könnten draußen bis in den Oktober blühen.
Mit 80 % Indica laut Breeder passt der Wuchs kaum zur Einordnung. Die Pflanzen werden hoch, strecken sich nach Blütebeginn wie Sativas und bleiben nach Sortenbeschreibungen schlank, mit dünnen Blättern. Die Blüten beschreibt der Breeder als dicht und harzreich, andere Quellen erwähnen große Calyxe und starken Trichombesatz. Eine Sortenbeschreibung sieht die Sorte eher bei erfahrenen Growern, empfiehlt SCROG und ein warmes Klima und weist darauf hin, dass der kräftige Geruch während der Blüte eine Geruchskontrolle nötig machen kann.
Versionen verschiedener Breeder:
Neben dem Original von Devil's Harvest sind weitere Versionen unter dem Namen belegt. Royal King Seeds bezeichnet Devil's Harvest als Züchter und gibt für die eigene feminisierte Version 8 bis 9 Wochen Blüte, 550 g/m² unter LED, 17,5 bis 21 % THC und 0,08 % CBD an. Abweichend vom Original beschreibt die Firma die Pflanzen als buschig und kompakt, mit 25 bis 30 % Höhenzuwachs nach Blütebeginn, und das Aroma als süße Traube, Kiefer und holzigen Weihrauch. Eine weitere feminisierte Version wird Norcal Farms zugeschrieben; angegeben sind 22 % THC, 2 % CBD, bis zu 550 g/m² und eine niedrige Wuchshöhe.
Erfahrungen aus der Community:
In einem Outdoor-Bericht mit 10 Pflanzen in großen Kübeln brachen Ende September Triebe unter dem Gewicht der Blüten, obwohl Brakteen und Geruch nach Einschätzung des Growers noch nicht voll entwickelt waren. Ein anderer Bericht schildert stark bereifte, dichte Buds mit violetten Tönen. Beim Konsum heben mehrere Berichte Stärke und lange Wirkdauer hervor; andere halten Geruch und Geschmack für unauffällig oder die Sorte für solide, aber nicht herausragend.